Osteoporose auf dem Rückzug, aber immer noch sehr häufig

Berlin – Die Zahl der Menschen ab 35 Jahren mit einer Osteoporose ist zwischen 2017 und 2023 von 4,6 Prozent auf 4,0 Prozent gesunken. Ihre Gesamtzahl ist gleichwohl hoch: 2,15 Millionen Menschen in Deutschland waren im Jahr 2023 davon betroffen. Das zeigt der aktuelle „Gesundheitsatlas Deutschland“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).
„Mögliche Ursachen für den Rückgang sind ein veränderter Lebensstil in jungen Lebensjahren mit calciumreicherer Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität und einem zunehmenden Rauchverzicht. Falls diese Trends ursächlich sein sollten, ist in den nächsten Jahren ein weiterer Rückgang der Prävalenz zu erwarten“, sagte der Geschäftsführer des Instituts, Helmut Schröder.
Der WIdO-Atlas zeigt, dass Osteoporose bei Jüngeren nur sehr selten vorkommt: Bei den 35- bis 49-Jährigen leiden weniger als ein Prozent der Bevölkerung darunter.
Frauen sind in allen Altersgruppen deutlich häufiger betroffen als Männer. Unter den Patienten über 90 Jahre sind Frauen mit 29,2 Prozent viermal häufiger betroffen als Männer (7,4 Prozent).
Die WIdO-Auswertung zeigt große regionale Unterschiede bei der Häufigkeit von Osteoporose: Danach sind Sachsen-Anhalt (5,8 Prozent der Bevölkerung ab 35 Jahren), Thüringen (5,6 Prozent) und Sachsen (5,4 Prozent) am stärksten betroffen. Am niedrigsten ist die Krankheitshäufigkeit in Hamburg mit 2,9 Prozent, gefolgt von Bremen (3,3 Prozent) und Schleswig-Holstein (3,4 Prozent).
Noch deutlichere Unterschiede zeigen sich auf der Ebene der 400 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland: Die höchste Morbidität gibt es im Landkreis Suhl mit 7,5 Prozent, gefolgt von Hildburghausen und Wittenberg (jeweils 6,9 Prozent). Die Regionen mit dem geringsten Anteil an Patientinnen und Patienten mit Osteoporose sind der Landkreis Mainz-Bingen mit 2,7 Prozent sowie Freising und Frankfurt am Main mit jeweils 2,9 Prozent.
Diese regionalen Unterschiede bleiben laut dem WIdO auch bestehen, wenn die Prävalenzen um unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstrukturen der Regionen bereinigt werden. Die Unterschiede werden aber geringer. „Die Spanne zwischen der höchsten und der niedrigsten Prävalenz nimmt im fairen Vergleich ab. Das zeigt, dass ein Teil der regionalen Unterschiede auf die Alters- und Geschlechtsstrukturen zurückgeführt werden kann“, erläutert Schröder.
Die Analyse zeigt auch, dass Osteoporose in Regionen mit einem hohen Anteil an Raucherinnen und Rauchern häufiger vorkommt (4,6 Prozent) als in Regionen, in denen weniger Raucherinnen und Raucher leben (3,6 Prozent).
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