Vermischtes

Patientensteuerung statt Überlastung in den Notaufnahmen

  • Freitag, 13. Februar 2026
/picture alliance, Hauke-Christian Dittrich
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Potsdam/Berlin – Die Leiterin des Landesbüros des Verbands der Ersatzkassen in Berlin und Brandenburg, Rebecca Zeljar, sprach sich für ein System der Patientensteuerung zur Entlastung von Notaufnahmen aus.

Bei einer Veranstaltung des Netzwerks „Gesundheitsstadt Berlin“ in der Vertretung des Landes Brandenburg in Berlin plädierte sie für eine digitale Ersteinschätzung von Patientinnen und Patienten geben, aufgrund derer diese dann den Weg in eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus anträten. „Das muss aber auch clever gelöst sein“, sagte Zeljar, etwa mit telemedizinischen Anwendungen. „Das sind Systeme die zukunftsweisend sind.“

Ähnlich äußerte sich auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin, Martin Pin: „Wir sehen in der Notaufnahme oft Menschen, die eigentlich alles richtig gemacht haben“, sagte Pin. „Sie waren beim Hausarzt, beim Orthopäden, haben einen MRT-Termin, aber irgendwann versagen die Nerven.“ Oft dauere es zu lange, bis Patienten ambulant behandelt würden – oder sie fänden nicht das richtige Angebot.

Eine Patientensteuerung könne aber nur funktionieren, wenn Menschen einen echten Mehrwert dahinter sähen. „Menschen lassen sich ungern fremdbestimmt steuern, aber sie lassen sich gerne durch ein System führen: Wenn sie ein Gefühl haben, einen echten Benefit zu sehen, nutze sie das auch.“

Der Leiter der Notaufnahme im Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum, Michael Oppert, verwies auf eine Überlastung des ambulanten Systems. „Wir haben ein Riesenthema, was die ambulante Versorgung angeht.“ Dort gebe es einen großen Workload, der durch die zunehmende Ambulantisierung medizinischer Leistungen eher noch größer werde. „Mir ist nicht so richtig klar, wie man das schaffen will.“

Patienten kämen in der Regel nicht in die Notaufnahme, um die Mitarbeiter dort zu ärgern. „Die Patienten kommen, weil sie den Weg des geringsten Widerstands gehen“, sagte Oppert. „Sie gehen dahin, wo es am Besten, am Schnellsten, am Einfachsten funktioniert.“

benl

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