Perfalgan: Versehentliche Überdosierungen von Paracetamol i.v.
Bonn – Die gewichtsabhängige Dosierung des Schmerzmittels Paracetamol in der intravenösen Applikation bereitet offenbar immer wieder Schwierigkeiten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) lässt deshalb vor Überdosierungen bei Neugeborenen und Säuglingen sowie bei untergewichtigen Erwachsenen warnen. Neue Empfehlungen sollen das Risiko mindern.
Paracetamol ist in der Regel ein sicheres Arzneimittel. Eine unbeabsichtigte Überdosierung kann jedoch zu einer schweren Leberschädigung führen. Der Rote Hand-Brief des Herstellers nennt keine Zahlen, aber offensichtlich kommt es immer wieder zu Zwischenfällen.
Zu den neuen Empfehlungen zur Risikominimierung gehört, dass die zu verabreichenden Volumina immer in Millilitern (ml) angeben werden sollen. Damit soll eine Verwechslung von Milligramm (mg) und Millilitern (ml) vermieden werden, die bei Neugeborenen und Säuglingen, die nur geringe Volumina erhalten dürfen, eine fatale Wirkung haben kann.
Bei Erwachsenen mit einem Körpergewicht unter 50 kg muss die zu verschreibende Dosis in Abhängigkeit vom Körpergewicht des Patienten individuell ermittelt werden. Bei der Bestimmung der Dosis müssen Risikofaktoren für eine Leberschädigung berücksichtigt werden. Dazu gehören eine hepatozelluläre Insuffizienz, chronischer Alkoholmissbrauch, chronische Mangelernährung und Dehydratation.
Die Dosierung für Kinder mit einem Körpergewicht von bis zu 10 kg beträgt 7,5 mg Paracetamol pro kg Körpergewicht. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem Körpergewicht zwischen 33 kg und 50 kg sollten 15 mg Paracetamol pro kg Körpergewicht erhalten, heißt es in den Rote-Hand-Brief.
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