Periphere arterielle Verschlusserkrankung: Bestimmung der Gehstrecke mit GPS-Navi
Angers – Physiologen aus Frankreich haben eine neue Methode ersonnen, um die Gehstrecke von Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) zu ermitteln. Sie nutzen die Signale des Global Positioning Systems mithilfe von Navigatoren, die heute vielen Autofahrern die Orientierung im Straßenverkehr erleichtert. Eine Studie in Circulation (2008; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.107.725994) zeigt, dass die Geräte die Gehstrecke der Patienten im Alltag valide ermitteln können.
Die Signale aus wenigsten 24 Satelliten erlauben heute eine metergenaue Positionsbestimmung mithilfe von mittlerweile erschwinglichen Geräten. Die Navigationsgeräte sind inzwischen so klein, dass sie Patienten bequem am Körper tragen können. Aus den gespeicherten Daten kann später am Computer der Weg der Patienten rekonstruiert werden.
Die Gruppe um Pierre Abraham von der Universitätsklinik in Angers nutzte diese Technologie erstmals, um die maximale Gehstrecke (MWD) bei Patienten mit pAVK zu bestimmen. Die MMD ist ein wichtiger Parameter zur Abschätzung des klinischen Schweregrades dieser Erkrankung. Die Angaben der Patienten zu ihrer „Schaufensterkrankheit“ (der Ischämieschmerz zwingt zu häufigen Unterbrechungen beim Spaziergang) sind jedoch notorisch ungenau und die objektive Bestimmung auf dem Laufband ist zeitraubend, personalintensiv und damit teuer. Die Investition in GPS-Navigatoren könnte sich also durchaus lohnen.
Die französischen Physiologen haben kommerziell erhältliche Navigationsgeräte bei 18 Männern und sechs Frauen getestet. Die von den Geräten registrierten Gehstrecken stimmten weitgehend mit den Ergebnissen auf dem Laufband überein, während der Vergleich mit den Angaben der Patienten erneut zeigte, wie unzuverlässig die Selbsteinschätzung bei dieser Erkrankung ist.
Auf die Laufbänder wollen Abraham und Kollegen dennoch nicht verzichten. Schließlich liefern die Ergometrie nicht nur Angaben zur Wegstrecke, sondern auch zu Blutdruck, Herzrate und Sauerstoffverbrauch. Ein Blick auf das wöchentliche Angebot der Discounter (zu Blutdruckmessgeräten und Pulszählern) zeigt indes, dass eigentlich alle Bestandteile für eine – vereinfachte Variante der – mobilen Ergometrie auf dem Markt sind.
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