Pflegerat: Hitzewellen dürfen uns nicht unvorbereitet treffen

Berlin – Für den Deutschen Pflegerat (DPR) braucht es schnellstmöglich verbindliche Hitzeschutzstrukturen. „Die Hitzewellen dürfen uns nicht erneut unvorbereitet treffen“, sagte die Präsidentin des Verbands, Christine Vogler, am Wochenende in Berlin.
Hitzeschutz sei keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern Gesundheits- und Bevölkerungsschutz. „Hitze ist längst eine massive Gesundheitsgefahr – und sie trifft vor allem diejenigen, die ohnehin besonders verletzlich sind“, fügte Vogler hinzu.
Ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen bräuchten verlässlichen Schutz und dieser dürfe nicht länger vom Engagement der Einrichtung abhängen. „Wir brauchen verbindliche Vorgaben für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und die ambulante Versorgung sowie eine gesicherte Finanzierung der notwendigen personellen, organisatorischen und baulichen Maßnahmen“, forderte Vogler.
Besonders Pflegefachpersonen und ihre Expertise müssten verbindlich an Hitzeaktionsplänen und Schutzmaßnahmen beteiligt werden. „Wer über den Schutz pflegebedürftiger Menschen entscheidet, kann nicht über die Köpfe derjenigen hinweg entscheiden, die diesen Schutz jeden Tag gewährleisten müssen“, betonte Vogler.
Nach jüngsten Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind in diesem Sommer schätzungsweise 12.000 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben. Bundesweit geht das RKI demnach von Anfang April bis Ende Juli von etwa 11.900 hitzebedingten Todesfällen aus – allein 9.600 während der besonders heißen Juniwoche mit Rekordtemperaturen.
Laut RKI wird aber Hitze normalerweise nicht auf dem Totenschein als Todesursache vermerkt. Auch wenn Hitzeeinwirkung, etwa bei einem Hitzschlag, unmittelbar zum Tod führen kann, ist es meist eine Kombination aus Hitze und Vorerkrankungen.
Daher werden die hitzebedingten Sterbefälle auf Basis statistischer Methoden geschätzt. Ein entscheidender Faktor ist dabei die sogenannte Übersterblichkeit. Diese besagt, wie viele Menschen in einem gewissen Zeitraum mehr sterben, als normalerweise zu erwarten wäre.
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