Pharma-Sponsoring verzerrt Ergebnisse von Arzneimittelstudien
Köln – Von Pharmaunternehmen finanzierte Arzneimittelstudien ergeben häufig ein positives Ergebnis zugunsten des Sponsors. Im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Arztebl Int 2010; 107(16): 279-85) kommen die Autoren um den Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, zu dem Ergebnis, dass Pharmafirmen vielfältige Möglichkeiten nutzen, Studienergebnisse zu manipulieren.
Neben der Finanzierung der Untersuchung wirken sich auch pekuniäre Verbindungen zu Autoren, wie zum Beispiel die Bezahlung von Vorträgen, günstig auf ein firmenfreundliches Studienergebnis aus. Nicht nur die Resultate selbst, auch ihre Interpretation wird signifikant häufiger im Sinne des Sponsors vorgenommen.
In einigen Publikationen sehen die Autoren auch Hinweise auf eine Beeinflussung von Studienprotokollen durch Pharma-Sponsoren. So wurden bei den Kontrollgruppen medizinischer Versuche häufiger Placebos verwendet, als in unabhängig finanzierten Untersuchungen.
Es zeigen sich aber auch positive Effekte der Pharmafinanzierung. In Punkto methodische Qualität schneiden die von Pharmafirmen unterstützten Studien tendenziell besser ab als unabhängige Arzneimittelstudien.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: