Pläne zu Arzneimittelregressen Chance für Ärzte
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) begrüßt, dass die künftige Regierungskoalition in Berlin das Thema Regresse für niedergelassene Ärzte auf der Agenda hat. „Diese Regresse sind ein Riesenhemmnis für junge Mediziner, in die Niederlassung zu gehen“, hieß es heute aus der KBV gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Es sei grundsätzlich gut, dass dies jetzt angegangen werde, allerdings bleibe abzuwarten, welche Veränderungen letztlich tatsächlich bei den Ärzten ankämen.
Die AG Gesundheit und Pflege hatte sich unter der Leitung von Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) darauf geeinigt, die heutigen Wirtschaftlichkeitsprüfungen bis Ende 2014 durch „regionale Vereinbarungen“ von Krankenkassen und KVen zu ersetzen.
„Die Verlagerung in die Regionen kann eine Lösung sein, sie kann aber auch dazu führen, dass die Richtgrößen unterschiedlich ausfallen und so einer flächendeckenden Versorgung im Weg stehen“, hatte Regina Feldmann aus dem Vorstand der KBV vor einigen Tagen erklärt. Entscheidend sei, die Richtgrößen stärker an der Morbidität im Einzugsgebiet einer Praxis auszurichten.
Sie betonte in einem Filmbeitrag bei KV-on, dass Ärzte nicht für die Preisgestaltung von Arznei- und Heilmitteln zuständig seien. Notwendig seien Modelle, bei denen der Arzt frei nach medizinisch-wissenschaftlichen Gesichtspunkten leitliniengerecht behandeln könne, ohne ständig Praxisbesonderheiten nachzuweisen und Sorge um Regressforderungen haben zu müssen.
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