Politisches Umdenken soll Zahl der Drogentoten senken
Berlin – Anlässlich des Gedenktages für verstorbene Drogennutzer am 21. Juli hat die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) die flächendeckende Umsetzung erfolgreicher Hilfsangebote gefordert. „Praxiserfahrungen und wissenschaftliche Studien zeigen, dass Drogenkonsumräume, die Substitutionsbehandlung und das Notfallmedikament Naloxon Leben retten“, sagt DAH-Vorstandsmitglied Sylvia Urban. Allerdings müsse man entsprechende Maßnahmen auch anbieten. „Wir könnten die Zahl der Drogentoten in Deutschland so erheblich senken“, ist Urban überzeugt.
Vor dem Hintergrund der in 2013 um sechs Prozent gestiegenen drogenbedingten Todesfälle kritisierte sie, dass zehn Bundesländer bis heute keinerlei Drogenkonsumräume zur Verfügung stellen und Menschen in Haft häufig weder saubere Spritzen und noch Zugang zur Substitution erhielten. „Naloxon, ein auch von Laienhelfern sicher anzuwendendes Gegenmittel bei Überdosierungen, wird in Deutschland zudem von vielen Ärzten nicht verschrieben“, monierte die DAH-Expertin.
Gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftlern hat die DAH in ihrem „Alternativen Drogen- und Suchtbericht“ deshalb eine neue Strategie der Drogenpolitik gefordert. „Die Bundesregierung kann hier eine wichtige Vorreiterfunktion übernehmen und unverzichtbare Fortschritte auf Landesebene befördern“, so Urban. hil
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