Preisverhandlungen über innovative Arzneimittel sollen GKV-Ausgaben senken
Berlin – Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hat heute in Berlin ein Konzept vorgelegt, mit dem künftig die Ausgaben für patentgeschützte Arzneimittel gesenkt werden sollen. „Patentgeschützte Arzneimittel bestimmen die Steigerung der Arzneimittelausgaben“, sagte der Vorsitzende des BPI, Bernd Wegener.
Dass es in den letzten Jahren nur zu moderaten Steigerungsraten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gekommen sei, sei nur durch erhebliche Preissenkungen im Generikabereich möglich gewesen. Dort könne aber nicht mehr gespart werden.
„Die Situation droht nun aus dem Gleichgewicht zu geraten“, warnte Wegener. „Und ein bevorstehender Innovationsschub in der Pharmakotherapie wird das Problem noch verschärfen.“
Allein für die Krebstherapie seien aktuell mehr als 400 neue Wirkstoffe in der Phase der klinischen Entwicklung. Deshalb habe der BPI dem Bundesgesundheitsminister nun ein Modell vorgeschlagen, mit dem Preise für innovative Arzneimittel verhandelt werden können.
Konkret schlägt der Verband Einzelverträge für patentgeschützte Arzneimittel über einen bestimmten Erstattungsbetrag vor, die zwischen Krankenkassen und Herstellern ausgehandelt werden. Werden keine Verträge geschlossen, gilt die volle Erstattung auf Basis des Herstellerpreises.
Sobald 30 Prozent der GKV mit Einzelverträgen abgedeckt sind, soll deren durchschnittlicher Erstattungsbetrag für alle Krankenkassen gelten. Kommen diese 30 Prozent jedoch innerhalb von fünf Jahren nicht zustande, soll eine zentrale Verhandlung mit der GKV zu einem einheitlichen Erstattungsbetrag führen. In diesen Verhandlungen soll auch der Nutzen eines Arzneimittels berücksichtigt werden.
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