Medizin

Probiotika können Antibiotika-Diarrhö vorbeugen

  • Mittwoch, 9. Mai 2012

Santa Monica – Die Einnahme von Probiotika senkt das Risiko, während einer Antibiotikatherapie an einer Diarrhoe zu erkranken. Zu dieser Einschätzung gelangt ein Forscherteam im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 307: 1959-1969). Ihre Meta-Analyse lässt aber offen, welche Bakterien für welches Antibiotikum am besten geeignet sind.

Jede Antibiotikatherapie führt zu einer Störung der Darmflora. Eine mögliche Folge ist eine Diarrhö, unter der etwa 30 Prozent der Patienten klagen und die ein häufiger Grund für den vorzeitigen Abbruch der Therapie ist. Die Einname von Probiotika, das sind Nahrungsergänzungsmittel mit lebenden Bakterien, sind eine plausible Gegenmaßnahme, Ihre Wirksamkeit ist jedoch nicht sicher belegt - obwohl es keinen Mangel an Studien gibt. Susanne Hempel von der Rand Corporation, einem unabhängigen Think Tank mit Sitz in Santa Monica in Kalifornien, konnte 82 randomisierte kontrollierte Studien mit 11.811 Patienten ausfindig machen.

Die Auswertung in einer Meta-Analyse ergab, dass die Einnahme von Probiotika mit einer Reduktion des Erkrankungsrisikos um 42 Prozent verbunden ist (relatives Risiko 0,58; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,50-0,68). Die Number Need to Treat berug 13 (10,3-19,1), was dafür spricht, dass die Wirkung klinisch relevant und vermutlich auch kosteneffektiv ist – obwohl dies in der Studie nicht untersucht wurde. 

Die getesteten Probiotika enthielten verschiedene Bakterien, die sicherlich von den Antibiotika unterschiedlich angegriffen werden. Es ist deshalb denkbar, dass bestimmte Probiotika bei einzelnen Antibiotika besser wirken. Die Forscher fanden aber keine Hinweise, die bei der Auswahl helfen könnten.

rme

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung