Prof. Dr. med. Gian Domenico Borasio: Lehrstuhl für Palliativmedizin, Universität Lausanne, Schweiz, Lehrbeauftragter für Palliativmedizin, Technische Universität München

In seinem Buch „Über das Sterben“ hat Gian Domenico Borasio verdeutlicht, dass mit Hilfe der Palliativmedizin ein Sterben ohne Schmerzen und ohne Atemnot möglich ist. Ebenso wichtig sind ihm aber auch eine spirituelle und psychosoziale Betreuung des Patienten.
Was lieben Sie an Ihrem Beruf?
Die Arbeit mit und das Lernen von den Patienten und ihren Familien.
Was ärgert sie am meisten?
Ärger versuche ich, so gut es geht, zu vermeiden. Was mich traurig macht, sind die vielen Fälle, in denen Partikularinteressen – vor allem ökonomischer Natur – über das Patientenwohl gestellt werden.
Was war die wichtigste Entscheidung in Ihrem Leben?
Trotz sehr schwieriger äußerer Umstände mein Buch „Über das Sterben“ zu schreiben.
Gesundheit bedeutet für Sie . . .
. . . dass der Entfaltung eines Menschen keine Hindernisse entgegenstehen.
Ihr wichtigster Tipp/Rat für angehende Ärzte?
Mut, Demut und Achtsamkeit (Details s. Ärzteblatt Sachsen 2013;24:133–7).
Ihre Prioritätenliste für Veränderungen im Gesundheitswesen . . .
Was wir dringend bräuchten, ist ein Gesundheitssystem, das auf den Prioritäten der Patienten und ihrer Familien basiert.
Welchem Gesundheitsthema wünschen sie mehr Aufmerksamkeit?
Der geriatrischen Palliativmedizin.
Wie schützen Sie sich vor zu viel Stress?
Durch Musik und Meditation.
Was hat Sie zuletzt am stärksten beeindruckt?
Claudio Abbados letzte Konzerte in Luzern.
Wie verbringen Sie Ihre freie Zeit?
Indem ich versuche, aus meiner ganzen Zeit eine freie Zeit werden zu lassen. Aber ich bin noch lange nicht so weit . . .
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten . . .
. . . würde ich Claudio Abbado und Carlos Kleiber wieder auferstehen lassen.
Die besten Ideen kommen Ihnen beim . . .
. . . gemeinsamen Nachdenken mit Gleichgesinnten.
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