Medizin

Prostatakarzinom: Transkriptionsfaktor verhindert Metastasierung

  • Freitag, 5. April 2013

Aurora – Die Metastasierung des Prostatakarzinoms scheint durch einen speziellen Transkriptionsfaktor unterdrückt zu werden. Dies berichtet eine Forschergruppe um Hari Koul am Cancer Center der University of Colorado. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Journal of Biological Chemistry (http://dx.doi.org/10.1074/jbc.M112.434225 ).

Das Prostatakarzinom gehört zu den häufigsten malignen Tumoren des Mannes. Bei rechtzeitiger Diagnose ist die Prognose günstig, während die Metastasierung diese deutlich verschlechtert. Damit der Primärtumor metastasieren kann, muss der Tumor seine Fähigkeit zur Expression des Proteins E-Cadherin verlieren. Dieses Protein verankert die Zelle in seiner Umgebung  und verhindert so die Metastasierung.

Die Forscher stellten fest, dass der Transkriptionsfaktor SPDEF und die E-Cadherin-Produktion positiv korreliert waren. SPDEF ist ein Protein, welches nicht nur in der Prostata nachweisbar ist, sondern auch in einer Vielzahl anderer Körperzellen. Es ist ein Transkriptionsfaktor des PSA, einem wichtigen klinischen Marker des Prostatakarzinoms.

Eine vermehrte Expression von SPDEF konnte sowohl in vivo als auch in vitro die Menge an E-Cadherin erhöhen und die Metastasierung verhindern. Mit Hilfe einer Chromatin-Immunopräzipitation und eines Luciferase-Assays konnte die Wissenschaftler nach­weisen, dass SPDEF an die Promotorregion des E-Cadherin-Gens bindet und so dessen Expression steuert.

Die Ergebnisse bestätigen die Wissenschaftler in ihrer Ansicht, dass SPDEF die E-Cadherin-Expression beeinflusst und auch die Metastasierung unterdrücken könnte. Der Verlust von E-Cadherin sei auch in anderen Tumorarten eine obligater Schritt für die weitere Metastasierung,so die Forscher. Die Ergebnisse könnten daher auch für die Erforschung anderer Tumorkrankheiten von Bedeutung sein, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

hil

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