Psychotherapie wirkt bei sozialer Phobie

Berlin – Die Kurzzeit-Psychotherapie ist ein wirksames Mittel gegen die soziale Phobie. Diese Wirkung hält selbst zwei Jahre nach Ende der Psychotherapie noch an, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM).
Die soziale Phobie ist die häufigste Angststörung in Deutschland. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Meist ziehen sich die Betroffenen bereits im Jugendalter von Sozialkontakten zurück. Sie haben Angst davor, schlecht beurteilt zu werden oder in peinliche Situationen zu geraten. Deshalb vermeiden sie es, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Das führt oft zu erheblichen privaten und beruflichen Problemen und in extremen Fällen zu Vereinsamung.
Die Wirksamkeit der Psychotherapie hat nun der Forschungsverbund SOPHO-NET bestätigt. „Dabei handelt es sich um eine der größten Studien zur Psychotherapie weltweit“, sagte Falk Leichsenring von der DGPM und Leiter der SOPHO-NET-Studie. Sie ist im American Journal of Psychiatry erschienen (2013; 170:759-767). Für die multizentrische Studie hatten die Forscher 495 Patienten zufällig in drei Gruppen eingeteilt.
Die Patienten der ersten Gruppe wurden neun Monate lang mit der sogenannten kognitiven Therapie behandelt, die der zweiten neun Monate lang mit der sogenannten psychodynamischen Therapie. Die dritte Gruppe blieb über sechs Monate unbehandelt – entsprechend den realen Bedingungen einer Warteliste. Im Ergebnis zeigten die beiden Psychotherapiegruppen mit 60 beziehungsweise 52 Prozent der Patienten Heilungsanzeichen in ähnlichem Umfang.
Bei der Wartelistengruppe waren es 15 Prozent. In den ersten beiden Gruppen wiesen 36 beziehungsweise 26 Prozent überhaupt keine klinischen Symptome der sozialen Phobie mehr auf. In beiden Therapiegruppen besserte sich auch die Depressivität. „Damit ist klar, dass beide Psychotherapien wirksam sind. Im Gegensatz zu einer medikamentösen Behandlung hält die Besserung auch noch zwei Jahre nach Ende der Behandlung an“, sagte Leichsenring.
Folgestudien sollen nun zeigen, welche Patienten von welcher Form der Psychotherapie am stärksten profitieren können.
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