Qualitätsinstitut bescheinigt neuem HIV-Präparat beträchtlichen Zusatznutzen
Köln – Erwachsene, die noch nicht wegen ihrer HIV-Infektion behandelt wurden, profitieren von einer Fixkombination der Wirkstoffe Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin (Handelsname Triumeq). So berichtet es das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nach einer Dossierbewertung. Für antiretroviral vorbehandelte Erwachsene und für Jugendliche mit oder ohne Vorbehandlung ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie dagegen nicht belegt, weil geeignete Studiendaten fehlen.
Dolutegravir ist ein sogenannter Integrase-Inhibitor, der die Integration des viralen Erbguts in den Zellkern von menschlichen Zellen verhindern soll. Abacavir und Lamivudin gehören zu den nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI), das heißt, sie hemmen die Herstellung der viralen DNA. Die Fixkombination der drei Wirkstoffe ist seit September 2014 für Erwachsene und Jugendliche über zwölf Jahren zugelassen, die mit dem humanen Immundefizienzvirus (HIV) infiziert sind.
Allerdings bezieht sich der „beträchtliche Zusatznutzen“ laut dem IQWiG nicht auf die Endpunkte Mortalität und HIV-Symptomatik, aber laut den vorliegenden Studien zeigte die Fixkombination bei drei Endpunkten aus der Kategorie Nebenwirkungen Vorteile gegenüber der Vergleichstherapie mit Efavirenz/Tenofovir/Emtricitabin.
So brachen unter der neuen Fixkombination weniger Patienten die Behandlung wegen unerwünschter Ereignisse ab, woraus sich ein Hinweis auf einen geringeren Schaden von Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin ableiten lasse. Bei den Erkrankungen des Nervensystems ergab sich bei Männern ebenfalls ein Hinweis auf einen geringeren Schaden, während bei Frauen kein signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen bestehe.
Außerdem traten Hautausschläge unter Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin laut dem Qualitätsinstitut seltener auf als unter Efavirenz/Tenofovir/Emtricitabin. „In der Gesamtschau zeigen sich bei der neuen Fixkombination ausschließlich positive Effekte, die jeweils ein beträchtliches Ausmaß haben“, so das Fazit des IQWiG.
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