Politik

Qualitätssicherungsverfahren zu Wundinfektionen wird eingestellt

  • Montag, 29. Dezember 2025
/sudok1, stock.adobe.com
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Berlin – Das sektorenübergreifende Qualitätssicherungsverfahren (QS) zur Vermeidung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen wird im Jahr 2026 nicht fortgeführt. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) kürzlich entschieden.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte sich aufgrund permanenter Probleme bei der Umsetzung seit Jahren für die Aufhebung des Verfahrens eingesetzt. Die KBV betonte, die Erprobungsphase des 2017 gestarteten Verfahrens „Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen“ (QS WI) sei „aufgrund von Umsetzungsproblemen“ bisher bereits dreimal verlängert worden.

Zuletzt hätte das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) keine nachvollziehbaren Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Verfahrens vorlegen können.

Der G-BA habe daher angesichts der guten Ergebnisse bei den Wundinfektionsraten und des schlechten Aufwand-Nutzen-Verhältnisses des QS-Verfahrens beschlossen, die Erprobung zu beenden und das QS-Verfahren 2026 nicht weiter fortzuführen. „Das QS-Verfahren hat gezeigt, dass im vertragsärztlichen Bereich die Wundinfektionsraten sehr niedrig sind und unter einem Promille liegen“, schreibt die KBV.

„Wir fordern bereits seit Jahren, die gesetzlich vorgeschriebene sektorenübergreifende Qualitätssicherung dahingehend zu überarbeiten, dass sich der Aufwand für Ärzte und Psychotherapeuten reduziert und gleichzeitig eine sinnvolle Qualitätssicherung ermöglicht wird“, betonte KBV-Vorstandsmitglied Sibylle Steiner.

„Jetzt zeigen sich endlich Erfolge. Zwei QS-Verfahren mit vertragsärztlicher Beteiligung, bei denen die KBV schon lange das Missverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen kritisiert, werden beendet beziehungsweise ausgesetzt“, hob Steiner hervor.

Beim QS-Verfahren Wundinfektion werden alle laufenden QS-Maßnahmen zum Jahresende eingestellt. Damit entfällt auch für die operativ tätigen Vertragsärzte die Dokumentation für das laufende Jahr, die sie Anfang 2026 hätten einreichen müssen. Sie erhalten letztmalig Rückmeldeberichte zu den postoperativen Wundinfektionen für das Erfassungsjahr 2024.

Weiterhin hat der G-BA beschlossen, das Modul Dialyse des QS-Verfahrens Nierenersatztherapie für die Erfassungsjahre 2026 und 2027 auszusetzen. In diesem Zeitraum pausieren sowohl die fallbezogene Dokumentation durch Nephrologinnen und Nephrologen als auch die Sozialdatenlieferung der Krankenkassen.

EB

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