Rauchen als unterschätzter Risikofaktor für die Augengesundheit

Heidelberg – 20 Prozent aller neuen Erblindungen ab dem 50. Lebensjahr sind auf Tabakkonsum zurückzuführen. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hin. Rauchen gehöre damit zu den größten vermeidbaren Gefahren für die Augengesundheit.
Studien zeigen laut der Fachgesellschaft, dass Rauchen das Risiko für schwere Augenerkrankungen wie altersabhängige Makuladegeneration, Grünen Star und Gefäßverschlüsse teilweise um das Zwei- bis Vierfache erhöht. Auch Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchen, entwickelten häufiger Augenfehlbildungen und Sehstörungen.
„Während aber die Risiken für Herz und Lunge bekannt sind, wird der Einfluss des Rauchens auf das Sehvermögen in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich unterschätzt“, sagte die DOG-Expertin Teresa Barth von der Universitäts-Augenklinik Regensburg.
Besonders deutlich sind die Auswirkungen bei der altersabhängigen Makuladegeneration: Rauchen verdoppelt bis verdreifacht das AMD-Erkrankungsrisiko, erste Krankheitsanzeichen treten bis zu zehn Jahre früher auf und das Risiko für das Umschlagen in eine besonders aggressive Form, die neovaskuläre AMD, ist mehr als vierfacht.
„Einer der wenigen Faktoren, die man bei der altersabhängigen Makuladegeneration im Gegensatz zur Genetik neben der Ernährung selbst beeinflussen kann, ist das Rauchen“, sagte Barth. Auch im höheren Alter lohne sich ein Rauchstopp. „Abstinenz verzögert nachweislich das Fortschreiten der Erkrankung und die Entwicklung in höhergradige Stadien“, so die Expertin.
Wer raucht, erhöht darüber hinaus laut der DOG das Risiko für ein Glaukom und für ein Sicca-Syndrom und schädigt die Augen von Kindern im Haushalt sowie von Ungeborenen. „Wir empfehlen daher, bereits bei Kinderwunsch konsequent auf Tabak- und Nikotinprodukte zu verzichten“, so Barth.
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