Regadenoson: Schlaganfälle nach dem Myokard-Stresstest
Bonn – Der selektive Adenosinrezeptor-Agonist Regadenoson, der 2011 als Rapiscan für den Stresstest bei der Myokardszintigrafie zugelassen wurde, kann bei Risikopatienten einen Schlaganfall auslösen. Dies geht aus dem Rote-Hand-Brief des Herstellers hervor. Gewarnt wird auch vor einer Verlängerung von Rapiscan-bedingten Anfällen nach der Anwendung von Aminophyllin.
Ein Stresstest kann bei der Myokardszintigrafie anzeigen, welche Abschnitte des Herzmuskels unter Belastung nicht ausreichend durchblutet werden. Nicht alle Patienten sind in der Lage, auf dem Fahrradergometer ihre Herzleistung für die Stressaufnahme zu erhöhen.
In diesen Fällen kommen Adenosin-Infusionen zur Anwendung, die durch eine kurzzeitige Vasodilatation in den Koronarien eine stressbedingte Minderperfusion sichtbar machen. Die Anwendung von Adenosin ist jedoch riskant. Als Alternative wurde 2011 der selektive Adenosinrezeptor Regadenoson eingeführt. Dennoch kann es auch unter Regadenoson zu Zwischenfällen kommen.
Der Hersteller warnt jetzt vor Schlaganfällen, die zum Teil nach einer klinisch signifikanten Erhöhung des Blutdrucks, bei schwerer Hypotonie oder verschlimmertem Vorhofflimmern im Anschluss an die Anwendung von Regadenoson beobachtet wurden. Der Hersteller rät deshalb, bei Patienten mit nicht kontrollierter Hypertonie eine Verzögerung der Regadenoson-Anwendung in Betracht zu ziehen.
Vorsicht geboten sei bei Patienten mit Vorhofflimmern in der Vorgeschichte oder bei bestehendem Risiko einer schwerwiegenden Hypotonie. Bei Patienten mit schwerer Hypotonie darf Regadenoson nicht angewendet werden.
Weitere Probleme ergeben sich bei Patienten, bei denen es unter der Anwendung von Regadenoson zu Krampfanfällen gekommen ist. Regadenoson senkt die Schwelle für epileptische Anfälle. Der Versuch, den Stresstest durch Aminophyllin zu beenden kann jedoch zu einer Verlängerung des Anfalls führen. Die Anwendung von Aminophyllin zur Beendigung von Regadenoson-bedingten Anfällen wird deshalb nicht empfohlen. Vorsicht geboten sei auch bei Patienten, in deren Vorgeschichte Anfälle aufgetreten sind oder die andere Risikofaktoren aufweisen, etwa eine Begleitmedikation mit Arzneimitteln, die die Anfallsschwelle senken.
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