Vermischtes

Reinhardt drängt auf bundesweite Zuckersteuer

  • Freitag, 2. Januar 2026
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Berlin – Im Kampf gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen hält der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt, eine bundesweite Zuckersteuer für dringend notwendig.

„Es ist eine Frage der Verantwortung, dass die Politik auf Missstände reagiert“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der 65-Jährige forderte „höhere Steuern auf Zucker, Tabak und Alkohol, weil das den Konsum senkt“.

Mit Blick auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen warnte Reinhardt eindringlich vor den Folgen übermäßigen Zuckerkonsums. „Schon jetzt ist absehbar, dass durch Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung bei Kindern und Jugendlichen eine riesige Welle von Diabetikern auf uns zurollt“, sagte er. Neben einer Zuckersteuer sprach sich Reinhardt auch für einen verbindlichen Gesundheitsunterricht an den Schulen aus.

Schleswig-Holstein hatte in der Debatte um eine Zuckersteuer zuletzt eine entsprechende Bundesratsinitiative angekündigt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte sich für die Einführung einer Zuckersteuer ausgesprochen.

„Im ersten Quartal des kommenden Jahres werden wir eine Bundesratsinitiative ergreifen“, sagte der CDU-Politiker der Welt. „Eine Zuckersteuer ist politisch und ökonomisch längst geboten, weil zu starker Zuckerkonsum erhebliche gesundheitliche Probleme und damit auch enorme gesellschaftliche Kosten verursacht.“

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) lehnt den Vorstoß ab. Rainer sieht die Ernährung nicht als den einzigen ausschlaggebenden Faktor. „Zu wenig Bewegung, zu viel elektronische Medien können daran beispielsweise auch beteiligt sein“, hatte er der Rheinischen Post gesagt.

Für eine gute Ernährung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Menschen mit gesundem Körpergewicht täglich nicht mehr als 50 Gramm des sogenannten freien Zuckers, idealerweise sogar weniger als 25 Gramm (sechs Teelöffel).

Bei Verzichtsvorsätzen für Januar stehen Zucker und Süßes übrigens an der Spitze. Dahinter folgen Alkohol und Nikotin vor Fast Food und Fleischprodukten. Das zeigt eine Umfrage von Doctolib. Von allen Befragten geben demnach 29 Prozent an, dass sie in der Vergangenheit zu Jahresbeginn bereits auf etwas verzichtet haben oder dies für 2026 planen.

Zucker und Süßes werden dabei am häufigsten auf die Frage genannt, worauf im Januar verzichtet wird (48 Prozent). Auf den weiteren Plätzen folgen Alkohol (41 Prozent), Nikotin (29 Prozent), Fast Food (15 Prozent) und Fleisch und tierische Produkte (18 Prozent).

Weitere Verzichtsabsichten derjenigen Befragten, die sich in einem Januar bereits eingeschränkt haben oder dies fürs Neue Jahr vorhaben, betreffen laut Doctolib Social Media (14 Prozent), Cannabis und Glücksspiel (jeweils 13 Prozent) sowie Onlineshopping (elf Prozent).

Als Motive nennen demnach 49 Prozent der Verzichtenden, etwas für ihre Gesundheit und Fitness tun zu wollen. 38 Prozent wollen bewusster leben und sich besser fühlen, während 22 Prozent finanzielle Gründe nennen. 20 Prozent sehen den Verzicht als Test der eigenen Gewohnheiten.

Für viele bleibt der Januar dennoch ein Monat wie jeder andere: Bislang nicht verzichtet haben der Umfrage zufolge 73 Prozent. Für die Yougov-Erhebung wurden im November 1.015 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren befragt.

dpa/afp

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