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Reiseimpfungen bei Älteren und Immunsupprimierten: Worauf zu achten ist

  • Dienstag, 23. Juni 2026
/Stockfotos-MG, stock.adobe.com
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Köln – Praktische Tipps und Hinweise für Impfungen von Reisenden innerhalb und außerhalb von Europa standen im Fokus des diesjährigen Impfsymposiums des Deutschen Ärzteverlags. Es ging dabei vor allem um Ältere und Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Reiseimpfungen seien nicht nur für Reisen in tropische und subtropische Gegenden wichtig, auch innerhalb von Europa könnten sich Impfungen lohnen, berichtete Silja Bühler, Reisemedizinerin, Infektionsepidemiologisches Landeszentrum, Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg.

Das gelte insbesondere für Ältere und Immunsupprimierte. Sie empfahl, den Anlass prinzipiell für eine Überprüfung des Impfstatus der oder des Reisenden zu nutzen und mögliche Impflücken zu schließen. Das betreffe zum Beispiel Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Pertussis, aber auch gegen Herpes zoster oder Pneumokokken, die Älteren und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen empfohlen werden.

Die Expertin riet, zum Beispiel an Impfungen gegen Influenza – eine der häufigsten reisemedizinischen Infektionskrankheiten – oder gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die in Europa weit verbreitet ist, zu denken. Aber auch COVID-19 oder Infektionen mit dem respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) könnten mit Impfungen vorgebeugt werden.

Ähnliches empfahlen Tomas Jelinek, Medizinischer Direktor des BCRT (Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin), Präsident der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin (RM), und Jörg Schelling, Facharzt für Allgemeinmedizin, Reisemedizin in Martinsried, Vorstandsmitglied der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin.

Jelinek verwies auf die Impfung gegen Meningokokken-Meningitis. Abhängig vom Reiseziel könnten weitere Impfungen hinzukommen, etwa gegen Hepatitis A, Typhus, Dengue oder Chikungunya. Darüber hinaus seien Pflichtimpfungen etwa gegen Gelbfieber von Bedeutung.

Dafür gebe es nur einen Lebendimpfstoff, der bei Menschen mit supprimiertem Immunsystem nicht eingesetzt werden dürfe. Allerdings sei das Alter nicht ausschlaggebend, sondern die Gebrechlichkeit oder die Funktionsfähigkeit des Immunsystems, sagte der Experte. Weiterhin könne es ratsam sein, gegen Cholera/ETEC, Japanische Enzephalitis oder Tollwut zu impfen, so Jelinek.

Schelling betonte, dass alle Totimpfstoffe in beliebiger Kombination und mit beliebigem Abstand injiziert werden könnten. Dazu gehörten zum Beispiel Vakzine gegen Influenza, COVID-19, Hepatitis A und B, FSME oder RSV. Lebendimpfstoffe, etwa gegen Gelbfieber, Dengue und Chikungunya, sollten gleichzeitig oder in einem Abstand von vier Wochen gegeben werden.

Mirko Steinmüller, niedergelassener Rheumatologe und Infektiologe in Wetzlar, ging auf die besondere Situation von Menschen mit entzündlichen rheumatischen oder Autoimmunerkrankungen, die eine immunsupprimierende Therapie erhalten, ein. So sollte mit ihnen das Risiko eines Krankheitsschubs besprochen werden. Ein wichtiges Thema sei auch, wie die Betroffenen die notwendigen Medikamente mitführen können.

Das Reiseziel sei, so Steinmüller, ebenfalls relevant, vor allem im Hinblick auf Pflichtimpfungen wie die gegen Gelbfieber. Er verwies auf das allgemeine Infektionsrisiko, das bei den Erkrankten nicht nur durch die Therapie, sondern auch durch die Krankheit selbst und das Alter erhöht sein kann, und auf notwendige oder empfehlenswerte Impfungen.

Totimpfstoffe können immer gegeben werden, sagte der Rheumatologe und Infektiologe, idealerweise in stabilen Phasen. Dann stelle sich die Frage, ob die Therapie unterbrochen werden solle. Dazu lägen nur wenige Daten vor. Es gebe Hinweise darauf, dass ein Pausieren der Medikamentengabe nach der Impfung sinnvoll sein könne.

Lebendimpfstoffe wie der gegen Gelbfieber sind den entsprechenden Fachgesellschaften zufolge bei diesen Patientinnen und Patienten grundsätzlich kontraindiziert, führte Steinmüller aus. Allerdings könnten sie mit sorgfältiger Planung und unter Beachtung gewisser Voraussetzungen im Einzelfall gegeben werden.

aks

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