Rheuma erhöht Schlaganfallrisiko durch Vorhofflimmern

Kopenhagen – Rheumapatienten haben ein erhöhtes Risiko, ein Vorhofflimmern zu entwickeln und in der Folge einen Schlaganfall zu erleiden. Dies geht aus einer bevölkerungsweiten Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 344: e1257) hervor.
Auch wenn die Antikörper, die bei der rheumatoiden Arthritis die Gelenke zerstören, das Herz nicht direkt angreifen, sind Rheumapatienten doch anfällig für kardiale Erkrankungen. Bekannt ist ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. Der Grund ist nicht klar.
Die allgemein erhöhte Entzündungsreaktion im Körper könnte jedoch die Entwicklung der Atherosklerose fördern. Der Kardiologe Jesper Lindhardsen von der Universitätsklinik Gentofte bei Kopenhagen und Mitarbeiter können jetzt zeigen, dass Rheuma-Patienten auch ein erhöhtes Risiko auf ein Vorhofflimmern haben, das eine wesentliche Ursache für Schlaganfälle ist.
Die Forscher werteten die Entlassungsdaten der Kliniken und die Arzneimittelverordnungen aller 4,2 Millionen Dänen im Alter über 15 Jahren aus. Sie ermittelten 18.247 Patienten mit rheumatoider Arthritis. Von ihnen waren 774 auch an Vorhofflimmern erkrankt und 718 hatten einen Schlaganfall erlitten. Die Inzidenzrate war um 40 Prozent höher als bei nicht an Rheuma erkrankten Dänen gleichen Alters und Geschlechts (8,2 versus 6 Ereignisse pro 1.000 Personenjahre), wobei das Risiko bei Frauen etwas höher war als bei Männern.
Nach den Berechnungen von Lindhardsen kommt auf 12 Rheumapatienten im Verlauf von zehn Jahren eine Neuerkrankung am Vorhofflimmern. Dies rechtfertigt nach Ansicht des Kardiologen bei den regelmäßigen Untersuchungen der Patienten auch nach einen Vorhofflimmern zu suchen. Dies umso mehr als diese häufig Arrhythmie ein modifizierbarer Risikofaktor für den Schlaganfall ist. Die weitere Analyse ergab dann auch, dass Schlaganfälle bei den Rheumapatienten zu 30 Prozent häufiger auftragen (7,6 versus 5,7 Ereignisse auf 1.000 Personenjahre).
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