Vermischtes

RKI legt Pneumokokkenratgeber für medizinische Fachkreise auf

  • Montag, 23. Februar 2026
Streptococcus pneumoniae (16.000-fache Vergrößerung) /dpa
Streptococcus pneumoniae (16.000-fache Vergrößerung) /dpa

Berlin – Pneumokokken zählen zu den bedeutendsten Infektionserregern, für die Impfungen verfügbar sind. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat angesichts der Häufigkeit und Schwere von Pneumokokken-Pneumonien und invasiven Pneumokokkenerkrankungen einen Ratgeber zu Pneumokkenerkrankungen veröffentlicht.

Der im im Epidemiologischen Bulletin 8/2026 erschienene Ratgeber gibt einen Überblick über Erregereigenschaften, Krankheitszeichen, Diagnostik und Therapie sowie verschiedene Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen.

Hauptreservoir von Pneumokokken ist der Mensch. „Die Pneumokokkenbesiedlung des Nasenrachenraums ist für die Verbreitung des Erregers von entscheidender Bedeutung“, heißt es in dem Ratgeber. Die Übertragung der Pneumokokken von Mensch zu Mensch erfolgt durch Tröpfcheninfektion.

Daneben sind endogene Infektionen nach bereits erfolgter Besiedlung des oberen Respirationstraktes möglich. Insgesamt ist es schwierig, eine exakte Inkubationszeit zu bestimmen, da der Nasenrachenraum häufig mit Pneumokokken besiedelt ist, ohne dass zunächst eine Erkrankung ausgelöst wird.

Das epidemiologisch bedeutsamste Erregerreservoir seien Kinder bis fünf Jahre mit einer Besiedlungsrate zwischen 30 und 80 Prozent. Mit zunehmendem Alter nehme die Kolonisation deutlich ab. Im Erwachsenenalter liege die Besiedlungsrate des Nasenrachenraums bei fünf bis zehn Prozent.

Pneumokokken besiedeln den Nasenrachenraum des Menschen häufig, ohne dabei Symp­tome zu verursachen. Sie können allerdings – insbesondere nach einer Vorinfektion durch respiratorisch übertragbare Viren wie Influenzaviren, Respiratorische Synzytial-Viren (RSV) oder Rhinoviren – durch lokale Ausbreitung Krankheiten des oberen und unteren Respirationstraktes verursachen. „Bakteriell bedingte Sekundärinfektionen sind bei saisonaler Influenza eine der häufigsten Komplikationen im Krankheitsverlauf“, schreibt die Arbeitsgruppe. 

Die beste Vorsorge vor einer Pneumokokkenerkran­kung ist dem Ratgeber zufolge die Impfung. Die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe gegen schwere Pneumokokkenerkrankungen, die durch im Impfstoff enthaltene­ Serotypen hervorgerufen werde, sei gut.

hil

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