Deutsche Stiftung Akut- und Notfallmedizin gegründet

Berlin – In Berlin hat sich die Deutsche Stiftung Akut- und Notfallmedizin gegründet. Initiiert wurde sie von führenden Notfallmedizinern, der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) und Patientenvertretern. Ärzte und Patientenvertreter setzen sich damit gemeinsam für eine Verbesserung der Akut- und Notfallmedizin ein.
Die Stiftung wolle Wege bereiten, die es allen Beteiligten ermögliche, auf das gemeinsame Ziel – die Gesundung des Patienten – hinzuwirken, sagte der Präsident der Stiftung Christian Wrede. Ziel sei es, gemeinsam praktische Vorschläge zu erarbeiten und umzusetzen, Fortbildungen zu organisieren, an der öffentlichen Debatte rund um das Thema Akut- und Notfallmedizin teilzunehmen und Ansprechpartner für Akteure aus Politik, Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft zu sein, so die Stiftung.
„Wir brauchen weitere Unterstützer und Menschen, die unsere Ziele teilen“, erklärte Geschäftsführerin Jana Hassel. Nur wenn alle, das heiße neben den Ärzten, Rettungskräften, Apothekern und allen anderen Angehörigen der Heilberufe auch die Patienten, mitarbeiteten, könne die bestmögliche Versorgung im Akut- und Notfall erfolgen.
Erste Projekte der Stiftung sind eine sogenannte „Kleine Patientenakte“ und Fortbildungen für Mediziner. Hintergrund für die Patientenakte sei, dass behandelnden Ärzten immer wieder wichtige Informationen über die Vorgeschichte des Patienten fehlten. Das erschwere die richtige Diagnose, die richtige Therapie und könne im schlimmsten Fall zu Fehlbehandlungen führen, hieß es.
„Die kleine Patientenakte“ der Stiftung soll Abhilfe schaffen. In einem westentaschengroßen Heft sollen künftig knapp und übersichtlich die wichtigsten Informationen über die Krankengeschichte des einzelnen Patienten auffindbar sein, um eine richtige Behandlung zu erleichtern.
In die Akte eingetragen werden können Informationen zur Person des Inhabers wie Krankenkassenkarte, Impfpass, Angaben zur Person oder Notfallkontakt. Darüber hinaus ist es möglich, Details zu bisherigen Behandlungen, zu Medikamenten, Krankenhausaufenthalten, Operationen, Allergien sowie Bildaufnahmen festzuhalten.
Neben der Information für den Akut- und Notfall könnten fortlaufende Eintragungen in die kleine Patientenakte auch gewährleisten, dass der Patienten wisse, was für eine Erkrankung er habe, erklärte die Stiftung, die heute Abend ihre offizielle Gründung in Berlin feiert.
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