Hausärztliche Versorgung in Bremen verbessert sich leicht

Bremen – Die Situation der hausärztlichen Versorgung in Bremen hat sich leicht entspannt. In diesem Jahr haben bislang zehn Ärztinnen beziehungsweise Ärzte ihre Tätigkeit in Bremen aufgenommen. Weitere Praxen haben ihre Versorgungsaufträge aufgestockt. Der Versorgungsgrad liegt nunmehr bei 107,6 Prozent. Das ist der höchste Wert seit dreieinhalb Jahren.
Der Planungsbereich Hausärzte in der Stadtgemeinde Bremen bleibt entsperrt. Hausärzte können sich also niederlassen, ohne auf einen freiwerdenden Sitz zu warten. 8,25 Versorgungsaufträge könnten auf diese Weise kurzfristig nachbesetzt werden.
Eine Trendumkehr bei der Versorgung sieht die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bremen aber nicht. „Wir freuen uns zwar, dass es eine leichte Entspannung gibt“, hieß es aus dem Vorstand der KV – das sind Bernhard Rochell und Peter Kurt Josenhans. Um diese Entwicklung zu verfestigen, brauche es allerdings deutlich mehr Unterstützung aus der Politik. „Wir machen uns sorgen, dass Bremen im Wettbewerb um Fachkräfte das Nachsehen hat.“
Die KV Bremen hat unlängst ein Zukunftspapier veröffentlicht. Darin macht sie 17 Vorschläge, „damit wir auch in Zukunft unsere Patientinnen und Patienten gut versorgen können“. Die KV fordert in dem Papier unter anderem, die Ausbildung und Qualifizierung von Medizinischen Fachangestellten mehr zu fördern sowie kommunale und landesweite Starthilfen für neue Praxen.
„Es ist notwendig, alle Akteure in die Verantwortung zu nehmen und gemeinsam Maßnahmen zu ergreifen, um die Attraktivität der Praxisstandorte Bremen und Bremerhaven zu erhöhen. Dies gilt umso mehr, weil wir uns im zunehmenden Wettbewerb mit anderen Bundesländern um Ärzte und Psychotherapeuten befinden“, so Rochell und Josenhans.
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