Ärzteschaft

Neue S3-Leitlinie zur Radiofre­quenz-Denervation erschienen

  • Mittwoch, 26. Juli 2023
/Costel, stock.adobe.com
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Berlin – Eine neue S3-Leitlinie zur Behandlung spezifischer Rückenschmerzen durch eine Radiofrequenz-Denervation (RF-Denervation) hat die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft (DWG) veröffentlicht. Die Leitlinie ist in Zusammenarbeit mit sechs weiteren Fachgesellschaften sowie einer Patientenvertretung entstanden.

Ziel der Leitlinie ist es, durch die Vermeidung einer Über-, Unter- und Fehlversorgung eine höhere Versor­gungs­qualität zu erreichen. Darüber hinaus spielen der DWG zufolge sozioökonomische Aspekte eine Rolle: Einsparungen seien einerseits möglich, wenn die kostenintensive RF-Denervierung vermieden werden könne.

Andererseits könnten auch Kosten, die durch lange Zeiten der Arbeitsunfähigkeit oder andere Therapien ent­stehen, vermieden werden, wenn die Radiofrequenz-Denervierung als effektive Therapie identifiziert werde.

Die Leitlinie thematisiert die Diagnostik per Anamnese und klinischer Untersuchung und geht auf die Bedeu­tung der bildgebenden Diagnostik vor einer RF-Denervation ein. Sie gibt Empfehlungen zur Indikations­stell­ung mittels Testblockaden vor einer RF-Denervation bezüglich Medikation, Anzahl der Testblockaden und der zu fordernden Schmerzreduktion sowie zur technischen Durchführung einer RF-Denervation (Art der Sonde, Dicke, Temperatur, Dauer, Lage der Sonde).

Auch der Umgang mit Antikoagulantien und Thrombozytenaggregationshemmern wird besprochen und es wird die Durchführbarkeit einer Denervation bei Patientinnen und Patienten mit Metallimplantaten oder im­plantierten elektrischen medizinischen Geräten geklärt. Die Leitlinie thematisiert zudem die zu erwartenden Komplikationen und Risiken.

Laut DWG richtet sich die Leitlinie an alle, die sich mit einer Radiofrequenz-Denervation beschäftigen, um die Diagnostik, Behandlung und Beratung von Patienten zu optimieren. „Dabei wurden bestmöglich konkrete Em­pfehlungen und klare Statements zu den verschiedenen Punkten auf Basis der verfügbaren wissenschaftli­chen Evidenz formuliert, so dass diese Leitlinie auch als eine Art Anleitung zur evidenzbasierten Durchfüh­rung genutzt werden kann“, heißt es von Seiten der DWG.

Die S3-Leitlinie „Radiofrequenz-Denervation der Facettengelenke und des ISG“ steht als Langfassung und Kurzfassung unter der Registernummer 151/004 auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft der Wissen­schaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften zum Download bereit. Darüber hinaus gibt es eine Leitlinie für Patienten.

kk/EB

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