Plädoyer für gesündere Lebensumstände

Berlin – Bei der Prävention nicht übertragbarer Krankheiten wie Diabetes und Adipositas sollte die Politik die Verhältnisprävention stärker in den Fokus nehmen und sich nicht nur auf das individuelle Verhalten Einzelner fokussieren.
Das forderte Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), im Rahmen der Delegiertenkonferenz der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
„Der Koalitionsvertrag bleibt bei der Prävention nicht übertragbarer Krankheiten weit hinter unseren Erwartungen zurück“, sagte Bitzer.
Während wirtschaftliche Stabilität und soziale Gerechtigkeit ambitioniert adressiert würden, fehlten konkrete und verbindliche Maßnahmen zur Reduktion von nicht übertragbaren Krankheiten wie Diabetes und Adipositas. Nötig seien konkrete politische Maßnahmen, die es allen Menschen leicht machten, sich gesund zu ernähren und mehr zu bewegen, so ihre Forderung.
DANK habe dazu einen Sechs-Punkte-Plan aufgestellt, der auch verhältnispräventive Maßnahmen wie eine Zuckersteuer enthalte, so die Expertin.
„Um mehr Verhältnisprävention umzusetzen, brauchen wir politische Mehrheiten“, sagte AWMF-Präsident Rolf-Detlef Treede. Er kündigte an, die AWMF werde die Expertisen ihrer wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften im Bereich Prävention bündeln, um konkrete Präventionsmaßnahmen gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) zu entwickeln.
DANK ist ein Zusammenschluss aus 22 wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen. Sie hatte ihren Sechs-Punkte-Plan im Februar diesen Jahres vorgelegt.
Neben steuerlichen Anreizen für den Einkauf gesunder Lebensmittel fordert die Initiative Werbung und Marketing für Ungesundes und gesundheitsschädliche Produkte einzudämmen, Einweg-E-Zigaretten und Aromen zu verbieten, die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei der Schulernährung bundesweit einzuführen, mindestens eine Stunde Bewegung pro Tag in Kita und Schule einzurichten und alle Lebensmittel verbindlich mit einem Nutri-Score zu versehen.
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