Herzkreislauf: Bewegungspausen senken Kreislaufrisiko
Unbequeme Stühle, ein schwer erreichbares Telefon, die Einschränkung des innerbetrieblichen Telefon- und Emailverkehrs, Konferenzen im Stehen und weite Wege zum Druckerraum und zur Toilette und natürlich das Verbot von Fahrstühlen. So lauten die Ratschläge, die Genevieve Healy von der Universität von Queensland in Australien aus ihrer Analyse der US-National Health and Nutrition Examination Survey zieht.
Die Querschnittsstudie untersucht regelmäßig den Gesundheitszustand der US-Amerikaner. Bei den letzten Untersuchungen trugen die Probanden für einige Zeit einen Akzelerometer: ein kleines Gerät von der Größe einer Armbanduhr, dass die täglichen Bewegungen aufzeichnet.
Es gab einige US-Amerikaner, die sich nur 1,8 Stunden am Tag bewegten, andere waren 21,2 Stunden am Tag auf den Beinen. Wie erwartet, war die Dauer der körperlichen Unbeweglichkeit mit dem Ausmaß der kardiovaskulären Risikoparameter assoziiert (Taillenumfang, HDL-Cholesterin, C-reaktives Protein und Triglyzeride).
Neu ist die Erkenntnis, dass nicht nur die Dauer, sondern allein schon die Zahl der Pausen mit aktiver Bewegung sich günstig auf das Risiko auswirken. Auch hier gab es beträchtliche Unterschiede. Einige Menschen unterbrachen ihre sitzende Tätigkeit in den sieben Tagen der Studie nur 99 Mal, andere hielt es 1.258 nicht mehr in ihrem Sessel.
Die Unruhe am Arbeitsplatz wirkte sich positiv auf die kardialen Risikomarker aus. Selbst wenn die Unterbrechung nur eine Minute dauert, könnte dies eine protektive Wirkung haben, meint die Autorin.
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