Medizin

Metastasierendes Pankreaskarzinom: RAS-Inhibitor Daraxonrasib in den USA zugelassen

  • Donnerstag, 27. August 2026
/JHVEPhoto, stock.adobe.com
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Silver Spring – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den RAS-Inhibitor Daraxonrasib zur Behandlung von Erwachsenen mit metastasiertem Pankreas-Adenokarzinom zugelassen.

Der Einsatz des Präparats kommt nur bei Personen in Frage, die zuvor mindestens eine systemische Therapie erhalten haben oder für die eine systemische Multiwirkstofftherapie nicht in Betracht kommt. Die FDA-Entscheidung basiert auf den guten Ergebnissen in der Phase–3-Studie RASolute 302.

Während für die Frühstadien des Pankreaskarzinoms in den vergangenen Jahren gewisse Fortschritte bei der Behandlung erzielt wurden, gehört das metastasierte Pankreaskarzinom zu den prognostisch ungünstigsten Krebserkrankungen. Ein erster Therapieversuch mit einer Chemotherapie (FOLFIRINOX, NALIRIFOX oder FOLFOX) scheitert in der Regel nach wenigen Monaten. Eine Zweitlinientherapie bleibt dann oft erfolglos.

Im Sommer wurden dann auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology Ergebnisse der Phase-3-Studie RASolute 302 vorgestellt und im New England Journal of Medicine publiziert.

An 59 Zentren – auch an deutschen – waren 500 Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom auf eine Behandlung mit dem RAS-Inhibitor Daraxonrasib oder auf einen (erneuten) Versuch einer Chemotherapie randomisiert worden. Bei allen Betroffenen war es nach der Erstlinientherapie zu einem Rezidiv gekommen oder sie hatten die Behandlung nicht vertragen.

Der oral verfügbare multiselektive RAS(ON)-Inhibitor Daraxonrasib blockiert die Signalwege auch bei RAS G12-Mutationen, die bei mehr als 90 % der Patientinnen und Patienten vorliegen und der der wichtigste Antreiber des Krebswachstums sind.

Die Behandlung mit Daraxonrasib, die bis zum erneuten Krebswachstum oder einer nicht erträglichen Toxizität fortgesetzt wird, hatte in der Studie das mediane Gesamtüberleben von 6,7 auf 13,2 Monate verlängert, was bei einer Hazard-Ratio von 0,40 und einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,30 bis 0,53 einen signifikanten Vorteil bedeutete. Im Gegensatz zur Daraxonrasib-Behandlung ist die Dauer der Chemotherapie in der Regel zeitlich begrenzt.

Das mediane progressionsfreie Überleben wurde von 3,6 auf 7,2 Monate verlängert (Hazard-Ratio 0,49 [0,38; 0,64]). Die Daraxonrasib-Behandlung hatte bei 30 % der Menschen einen Rückgang des Tumors erzielt, im Vergleich zu 11 % bei Chemotherapie.

Die Fachgesellschaften hatten in den USA und in Europa auf eine rasche Zulassung gedrängt, die jetzt in den USA erfolgt ist. Der Hersteller hat auch bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine beschleunigte Zulassung beantragt. Eine Entscheidung steht aber noch aus.

Daraxonrasib wird mittlerweile auch in der Erstlinientherapie des metastasierten Pankreaskarzinoms (RASolute 303) und als adjuvante Therapie beim resezierbaren Frühkarzinom (RASolute 304) klinisch getestet. Eine weitere angestrebte Indikation ist das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom. Hier ist eine Studie zur Zweit- oder Drittlinientherapie geplant (RASolute 301).

rme

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