Vermischtes

Neue Raummission: Röntgenaufnahmen geplant, erstmals deutsche Astronautin im All

  • Montag, 31. März 2025
Die Raumfahrer Rabea Rogge (von links), Eric Philips, Jannicke Mikkelsen und Chun Wang üben in einer „Dragon“-Kapsel von SpaceX. /picture alliance, SpaceX
Die Raumfahrer Rabea Rogge (von links), Eric Philips, Jannicke Mikkelsen und Chun Wang üben in einer „Dragon“-Kapsel von SpaceX. /picture alliance, SpaceX

Washington – In der Raumfahrt wird wieder Geschichte geschrieben. Mit dabei sind bei einem für heute Nacht geplanten Start neue medizinische Untersuchungen und erstmals – fast fünf Jahrzehnte nach dem ersten deutschen Mann im All – soll die erste deutsche Frau an einer Raummission teilnehmen.

Die Robotik-Forscherin und Elektroingenieurin Rabea Rogge aus Berlin ist Teil der vierköpfigen Mission „Fram2“, die in einem mehrtägigen Einsatz an Bord einer SpaceX-Rakete erstmals überhaupt die Polarregionen der Erde überfliegt.

Mit Sigmund Jähn aus der DDR flog im August 1978 der erste Deutsche ins All. Seitdem sind nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt elf weitere deutsche Astronauten zu Missionen aufgebrochen. Es waren allerdings alles Männer, zuletzt 2021/22 Matthias Maurer. Mit Rogge soll nun auch eine deutsche Frau in die Riege der Raumfahrer aufsteigen.

Die vierköpfige Crew nutzt eine Crew-Dragon-Kapsel des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX, die von einer Falcon-9-Rakete der Firma von Tech-Milliardär Elon Musk ins All transportiert wird. Das Zeitfenster für den Start vom Kennedy Space Center der US-Weltraumbehörde Nasa im Bundesstaat Florida öffnet sich am heutigen Montag um 21.46 Uhr Ortszeit (Dienstag, 3.46 Uhr MESZ).

Die Mission soll knapp vier Tage dauern und für mehr als 20 Experimente genutzt werden. Dazu zählen die ersten Röntgenaufnahmen im Weltall sowie die Zucht von Pilzen in der Schwerelosigkeit. Auf den Raumflug hat die Besatzung sich acht Monate lang vorbereitet. Zu ihrem Trainingsprogramm gehörte auch eine Expedition in die Wildnis von Alaska.

Benannt ist die Mission nach dem norwegischen Polarforschungsschiff „Fram“, das Ende des 19. Jahrhundert gebaut worden war und für Missionen in der Arktis und der Antarktis genutzt wurde.

Initiator und Kommandeur der Mission ist der maltesische Abenteurer Chun Wang, der als Mitbegründer der Kryptowährungs-Firmen f2pool und Skatefish reich geworden ist. Er hat seit seiner Kindheit davon geträumt, sowohl die Polarregionen unseres Planeten zu erkunden als auch ins Weltall zu reisen. Mit „Fram2“ will er sich diese beiden Träume nun zugleich erfüllen. Dazu hat er sich intensiv mit beiden Bereichen beschäftigt und ein internationales Team zusammengestellt.

Zur Pilotin der Mission machte Wang die junge Berlinerin Rabea Rogge, die derzeit in Norwegen an ihrer Doktorarbeit schreibt. Nach Angaben der Mission war sie schon immer fasziniert von extremen Umgebungen und erforscht sie, um die Grenzen unserer Welt zu ergründen „und über sie hinauszugehen“.

Rogges Arbeit reicht von der Leitung einer Satellitenmission bis zur Erforschung von Meeresrobotik in der Arktis, was sie zu einer idealen Teilnehmerin von „Fram2“ macht. Am Tag vor dem geplanten Start schrieb die Deutsche auf ihrer Instagram-Seite, bei der letzten Probe sei alles „super reibungslos“ gelaufen.

Kommandeurin der Raumkapsel ist Jannicke Mikkelsen, eine norwegische Regisseurin und Kamerafrau, die Expertin im Filmen in abgelegenen und riskanten Umgebungen wie der Arktis, dem Meer oder dem Weltraum ist. 2019 nahm Mikkelsen an der Raummission „One More Orbit“, einer Rekord-Erdumrundung teil.

Der Australier Eric Philips ist der medizinische Offizier an Bord. Er ist ein professioneller Tourguide für die Polarregion und hat schon an zahlreichen Expeditionen an den Nordpol und den Südpol teilgenommen.

Ausgenommen von den „Apollo“-Mondmissionen haben Astronauten bislang keine umfassende Sicht auf die Polarregionen der Erde gehabt. Dies gilt auch für die Besatzungen der Internationalen Raumstation ISS. Und auch die „Apollo“-Astronauten sind nicht direkt über Nord- und Südpol geflogen. Damit könnten Rogge und der Rest der Besatzung die ersten Raumfahrer werden, die die Erdpole im All direkt überfliegen.

„Mit dem selben Pioniergeist wie frühe Polarforscher“ soll „Fram2“ auch „die langfristigen Ziele der Weltraumerforschung“ voranbringen, sagt Kommandeur Wang. So soll die kurze Mission etwa Erkenntnisse für künftige lange Reisen zum Mars bringen.

Nach ihrer Rückkehr zur Erde will die Besatzung versuchen, ohne zusätzliche medizinische Unterstützung selbst aus der Raumkapsel auszusteigen. Dies ist Teil einer wissenschaftlichen Untersuchung zu der Frage, wie gut Astronauten nach einem Raumflug grundlegende Aufgaben erfüllen können.

SpaceX hat seit 2021 bereits fünf private bemannte Raummissionen ausgeführt: drei Flüge zur ISS sowie zwei Flüge in der Erdumlaufbahn im Auftrag des US-Milliardärs Jared Isaacman und voraussichtlichem künftigen Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Dabei wurde vergangenes Jahr bei der Mission "Polaris Dawn" auch der erste Weltraumspaziergang im Rahmen einer privaten Raummission absolviert.

afp

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