Psychische Erkrankungen sind Hauptgrund für Berufsunfähigkeit

Koblenz – Fast jede zweite Berufsunfähigkeit in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf psychische Erkrankungen entfallen. Mit 45 Prozent sind sie Ursache Nummer eins, wenn Arbeitnehmer sich krank schreiben lassen. Das geht aus einer Analyse des Versicherungsunternehmens Debeka hervor.
Weitere Hauptgründe sind demnach zu 14 Prozent Neubildungen, worunter vor allem Krebserkrankungen zählen, und Erkrankungen des Bewegungsapparats (zehn Prozent). Bereits in den Vorjahren machten laut Debeka psychische Erkrankungen die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit aus. Ihr Anteil sei im Vergleich zu 2023 jedoch um 4,7 Prozent gesunken.
„Nach wie vor führen psychische Krankheiten in sehr vielen Fällen dazu, dass Menschen nicht mehr ihre Arbeit verrichten können“, warnte der Debeka-Vorstandsvorsitzende Thomas Brahm. „Eine qualifizierte zeitnahe Behandlung, Beratung und Betreuung ist hier essenziell.“ Wichtig seien zudem Prävention, Stressbewältigung und Resilienz.
Der Anteil von Tumorerkrankungen nahm laut Auswertung im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent zu. Gleichzeitig seien anteilig weniger Menschen von Erkrankungen des Bewegungsapparats betroffen (minus 1,4 Prozent).
Der Debeka zufolge haben im vergangenen Jahr 8.600 Versicherte Leistungen aufgrund einer Berufsunfähigkeit erhalten. Grundlage der Auswertung sind Daten von rund 385.000 gegen Berufsunfähigkeit Versicherten.
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