Ruf nach Stiftungsprofessur für Öffentlichen Gesundheitsdienst

Münster – Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) fordert, den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu stärken und regt an, eine entsprechende Stiftungsprofessur für fünf Jahre an der Universität Bielefeld einzurichten. Die Mittel dazu könnten aus dem Pakt für den ÖGD kommen, erklärten die Delegierten der Kammerversammlung Ende November.
„Die frühzeitige Verankerung einer ÖGD-spezifischen Professur an der neuen Medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld bietet die einmalige Möglichkeit, Studierende der Medizin direkt an die Themenfelder der öffentlichen Gesundheit heranzuführen und die Bevölkerungsmedizin von Anfang an in der medizinischen Ausbildung zu verankern“, sagte der Kammerpräsident Johannes Albert Gehle.
Studierende könnten weitere Einblicke in die Arbeit des ÖGD durch Famulaturen und im Rahmen eines Praktischen Jahres in den Gesundheitsämtern gewinnen.
„Der Ärztemangel in der eher ländlich geprägten Region im Osten von NRW bedeutet auch für den ÖGD eine Herausforderung. Dort können, anders als in den Städteregionen mit ihren etablierten Medizinischen Fakultäten, kaum noch Arztstellen besetzt werden – und das bei einer zunehmenden Überalterung in den Gesundheitsämtern“, sagte Gehle.
Auch der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) tritt dafür ein, den ÖGD universitär zu verankern. „Wichtig sind die wissenschaftliche Anbindung des ÖGD in Lehre und Forschung sowie die universitäre Verankerung und die erstmalige Einrichtung von Lehrstühlen für Öffentliche Gesundheit, die es bislang in Deutschland nicht gibt. Dies sind entscheidende Instrumente, um potenzielle Nachwuchskräfte schon während des Medizinstudiums mit bevölkerungsmedizinischen Fragestellungen vertraut zu machen und für eine spätere Arbeit im öffentlichen Gesundheitsdienst zu interessieren“, erklärte die Vorsitzende des Verbandes, Ute Teichert, bereits in diesem Sommer.
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