Rund 1,5 Milliarden sensible Dokumente im Internet frei zugänglich
Washington – Rund 1,5 Milliarden Dokumente mit sensiblen Daten befinden sich nach Erkenntnissen von Forschern weltweit leicht zugänglich im Internet. Darunter befänden sich auch Ergebnisse medizinischer Untersuchungen, heißt es in einem gestern veröffentlichten Bericht der auf Cybersicherheit spezialisierten Firma Digital Shadows.
Diese von Privatpersonen und Unternehmen stammenden Daten seien für jedermann mit minimalen technischen Kenntnissen „frei zugänglich“, sagte der Vizechef der Firma, Rick Holland. Hackern werde so der Job erheblich erleichtert.
Ein großer Teil der ungeschützten Dokumente stammt den Angaben zufolge aus Gehaltsauszügen und Steuererklärungen. Allein 760.000 Dokumente dieser Art habe ein von Digital Shadows in den ersten drei Monaten dieses Jahres eingesetztes Instrument zum Durchforsten des Netzes gefunden. Auch Patientendaten seien schwach geschützt. So habe die Firma rund 2,2 Millionen frei zugängliche Dokumente über Körperuntersuchungen gefunden.
Insgesamt summierten sich die ungeschützten sensiblen Daten im Netz nach Angaben der Forscher auf eine Menge von 12 Petabyte – das ist eine 4.000 mal größere Menge als die „Panama Papers“, also die Dokumente über potenzielle Geldwäsche und Korruption in dutzenden Ländern. Rund 36 Prozent der ungeschützten Informationen stammen laut Digital Shadows aus der EU.
Das Unternehmen veröffentlichte den Bericht zu einem Zeitpunkt, da vor dem Hintergrund des Facebook-Skandals verschärft über die Sicherheit privater Daten im Internet diskutiert wird. Das Onlinenetzwerk hatte eingeräumt, dass der Skandal eine deutlich größere Dimension hat als bislang angenommen. Insgesamt wurden demnach mutmaßlich die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern „unzulässig“ mit der britischen Datenanalysefirma Cambridge Analytica geteilt. Die Daten sollen dann für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein.
Ebenso war die Dating-App Grindr, die bei homosexuellen Männern beliebt ist, wegen der Weitergabe von HIV-Daten an externe Unternehmen in die Kritik geraten. Grindr-Technologiechef Scott Chen versicherte, die Daten seien in verschlüsselter Form und lediglich zur Optimierung der Grindr-Software an zwei Partnerfirmen weitergeben worden.
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