Russische Ärzte protestieren in Moskau gegen Gesundheitsreform

Moskau – Tausende Mediziner haben am Sonntag in Moskau gegen Klinikschließungen und Personalabbau protestiert. Auf Transparenten war zu lesen: „Hört auf, unsere Gesundheit zu verramschen“ und „Gemeinsam für eine Medizin, die diesen Namen verdient“. Eine Gruppe trug einen Sarg mit der Aufschrift: „Es gab nicht genug Betten für mich“. Unterstützung bei ihrer Demonstration am Sonntag erhielten die Mediziner von Oppositionsanhängern, darunter die Kommunistische Partei.
Nach Angaben des Rundfunksenders Moskauer Echo beteiligten sich rund 4.000 Menschen an dem Protest, die Polizei sprach von etwa 1.500 Demonstranten. Es war bereits die zweite Demonstration von Ärzten in Moskau im November. Auch in den Städten St. Petersburg und Nischni Nowgorod gingen am Sonntag Mediziner gegen die Reformpläne der Regierung auf die Straße.
Im Oktober waren Einzelheiten einer geplanten Reform mit drastischen Einschnitten bekannt geworden. In einer Erklärung der Kommunistischen Partei hieß es dazu, dass allein in Moskau im laufenden und im kommenden Jahr 26 von 65 Krankenhäusern geschlossen werden sollten; zugleich sollten in der russischen Hauptstadt rund 7000 Mediziner ihren Job verlieren.
Das Gesundheitsministerium und die Regierung verteidigen die Reformpläne, die zu einer Verbesserung der Versorgung durch eine Konzentration von Spezialisten in leistungsfähigeren Kliniken führen würden. Zugleich sollen die Gehälter der im Vergleich mit europäischen Kollegen deutlich schlechter bezahlten russischen Mediziner steigen.
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