S3-Leitlinie zu bakteriellen Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen aktualisiert
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hat eine aktualisierte S3-Leitlinie „Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen“ vorgestellt. Der Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat die grundlegende Projektarbeiten für die Leitlinie gefördert.
„Bleibt eine akute unkomplizierte Harnwegsinfektion auf die Harnblase begrenzt, so ist auch bei rezidivierenden Episoden nicht mit gravierenden Komplikationen zu rechnen“, stellt die Autorengruppe zunächst klar.
Die Diagnose einer Harnwegsinfektion und die Indikation zu einer Antibiotikatherapie sollten daher kritisch gestellt werden, um unnötige Therapien und Resistenzentwicklungen zu vermeiden, heißt es in der Leitlinie weiter.
Die Leitliniengruppe konnte auf neue Daten zur Versorgungs- und Verordnungssituation sowie auf aktuelle Resistenzdaten in unterschiedlichen Regionen zurückgreifen.
Diese Daten stellen die Basis für die Empfehlungen zur Antibiotikaverordnung dar. Gleichzeitig sind sie die Grundlage für eine gegebenenfalls mögliche nicht antibiotische Therapie. „Insgesamt konnte über alle Studien durch nicht antibiotische Akuttherapie eine Einsparung von Antibiotika von 63 Prozent erzielt werden“, berichtet die Autorengruppe.
Ärztinnen und Ärzte sollten daher bei der akuten unkomplizierten Zystitis bei nicht geriatrischen Patienten auch eine nicht antibiotische Therapie als Alternative zur antibiotischen Behandlung in Betracht ziehen. „Eine partizipative Entscheidungsfindung mit den Patienten ist notwendig“, heißt es in der Leitlinie.
In der Leitlinie sind mögliche Kollateralschäden durch unterschiedliche Antibiotika dargestellt und in den Empfehlungen explizit berücksichtigt. Neu bei dieser Leitlinienversion ist ein Kapitel über geriatrische Patienten mit und ohne Katheter. Kinder und Jugendliche wurden bei der Suchstrategie explizit ausgeschlossen.
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