S3-Leitlinie zum Lungenkarzinom aktualisiert

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und die Deutsche Krebsgesellschaft haben eine aktualisierte Version der S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms vorgestellt.
An der Überarbeitung haben 29 weitere Fachgesellschaften und Organisationen mitgewirkt. Als Living Guideline wird die Leitlinie seit 2024 fortlaufend aktualisiert und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst.
Ein Schwerpunkt der Aktualisierung betrifft die Therapieentscheidung beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom in den Stadien II und III. Die Leitlinie empfiehlt weiterhin die Operation als bevorzugten kurativen Ansatz, sofern diese möglich ist. Neu ist eine strukturierte Bewertung der Operabilität anhand technischer, funktioneller und onkologischer Kriterien.
„Die Frage, ob ein Tumor operiert werden kann, lässt sich heute nicht mehr mit einem einzelnen Parameter beantworten. Die neuen Empfehlungen schaffen eine fundierte Grundlage für individuelle Therapieentscheidungen“, sagte Sylvia Gütz, Chefärztin der Abteilung Innere I am St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig.
Sie hat die Leitlinienarbeit koordiniert – gemeinsam mit Wolfgang Schütte, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II am Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau und Wiebke Nehls, Chefärztin der Klinik für Palliativmedizin und Geriatrie am Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin.
Wegen der Zulassung neuer Substanzen und Substanzkombinationen hat die Arbeitsgruppe darüber hinaus die Empfehlungen in der Behandlung früher und fortgeschrittener Stadien des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms aktualisiert.
Auch für das kleinzellige Lungenkarzinom enthält die Leitlinie Neuerungen: Danach kann für Menschen im fortgeschrittenen Stadium das gute Ansprechen auf Checkpoint-Inhibitoren in Kombination mit einer Chemotherapie durch eine Erhaltungschemotherapie konsolidiert werden.
„Durch die Einführung des T-Cell-Engagers Tarlatamab nach Versagen der ersten Therapielinie gibt es eine vollkommen neue Therapieoption, die ein langfristiges Ansprechen in dieser bisher schwierigen Behandlungssituation ermöglicht“, so Schütte.
„In 2018 erkrankten in Deutschland 35.290 Männer und 21.930 Frauen an Lungenkrebs. Das mittlere Erkrankungsalter lag bei 69 (Frauen) beziehungsweise 70 (Männer) Jahren“, heißt es in der Leitlinie mit Verweis auf die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (DKR) und das Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts (RKI).
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