S3-Leitlinie zur Opioidtherapie aktualisiert
Frankfurt – Zusammen mit 22 weiteren Fachgesellschaften und Patientenvertretern hat die Deutsche Schmerzgesellschaft die S3-Leitlinie „Langzeitanwendung von Opioiden bei Nicht Tumor-bedingten Schmerzen“ überarbeitet. „Studien mit Krankenkassendaten weisen auf einen Anstieg von Langzeitverordnungen von Opioiden bei Patienten mit chronischen nichttumorbedingten Schmerzen (CNTS) in Deutschland in den letzten Jahren hin“, berichten die Autoren auf Seite drei der wissenschaftlichen Leitlinie.
Die defined daily dosages (DDD) von schwachen Opioiden sei von 18.035.000 in 2006 auf 19.744.000 in 2009 (plus 9,5 Prozent), für starke Opioide von 9.363.000 auf 12.647.000 in 2009 (plus 35,1) bei Versicherten der Barmer Ersatzkasse mit Nichtkarzinom-Diagnosen gestiegen.
Die Leitlinie unterscheidet eine zeitlich befristete Anwendung der Medikamente von einem bis drei Monaten von einer Langzeitanwendung, die länger als sechs Monate währt. Sie soll dazu beitragen, den möglichen Nutzen und die Risiken der Langzeitanwendung opioidhaltiger Medikamente zum Beispiel bei chronischen Rücken- oder Nervenschmerzen zu bewerten.
Die neue Version der Leitlinie steht ab heute zur öffentlichen Konsultation bereit. Bis Ende August können Fachkreise und alle übrigen Interessierte ihre Kommentare an die Autoren der Leitlinie zurückzumelden. Die Kommentare werden im Methodenreport der Leitlinie veröffentlicht.
Neben der wissenschaftlichen Leitlinie und dem Methodenreport hat die Schmerzgesellschaft eine Patientenleitlinie in Lang- und Kurzversion herausgegeben.
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