Ärzteschaft

Sachsen-Anhalt verstärkt Versorgung von Herz-Kreis­lauf-Patienten

  • Freitag, 22. April 2016
Uploaded: 22.04.2016 16:23:04 by mis
Universitätsklinikum Halle

Halle – In Halle gründet die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität dieses Wochenende das Mitteldeutsche Herzzentrum (MDHZ). Das neue Zentrum soll die Versorgung der Patienten in Sachsen-Anhalt verbessern. „Um dieses Ziel flächen­deckend zu erreichen, kooperiert das MDHZ mit mehr als zwanzig Krankenhäusern und niedergelassenen Kardiologen im ganzen Bundesland – auch im ländlichen Raum“, sagte Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt heute auf den Mitteldeutschen Herztagen in Halle.

Eine wesentliche Aufgabe des neuen Herzzentrums wird neben der Therapie die Versorgungsforschung einnehmen. „Nur so können wir an den richtigen Stellen ansetzen und langfristig die hohe Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken“, ist sich Heinemann-Meerz sicher. Schon jetzt liegen erste wegweisende Ergebnisse aus dem Herzregister (RHESA) vor, das seit 2013 Risikofaktoren, Komorbiditäten und Therapien bei Patienten mit Myokardinfarkt auswertet.

Eine Therapie nach einem akuten Myokardinfarkt erhalten derzeit laut RHESA in der Stadt Halle 80 bis 97 Prozent, im ländlichen Altmark sind es hingegen 70 bis 93 Prozent. „Es bedarf vor allem einer besseren Betreuung vor und nach dem Klinikaufenthalt“, schlussfolgert Heinemann-Meerz aus den Daten.

Eine weitere Kohortenstudie namens CARLA (Cardiovascular Disease, Living and Ageing in Halle) untersucht bei mehr als 1.200 Menschen ab 45 kardiovaskuläre Risikofaktoren und Krankheiten. Demnach stellt vor allem die Hypertonie einen Risikofaktor dar, der zwar häufig erkannt, aber nur unzureichend oder gar nicht behandelt wird“, erklärte die Kardiologin Heinemann-Meerz. Zu den Hauptrisikofaktoren zählen aber auch Diabetes Typ 2 und Hypercholesterinämie, sowie Rauchen.

Mit der Gründung des Mitteldeutschen Herzzentrums reagiert Sachsen-Anhalt auf die schlechten Ergebnisse des Herzberichts 2015. Denn Sachsen-Anhalt ist bundesweit Spitzenreiter bezüglich einer schlechten Herzgesundheit, besonders bei Frauen. Hier verstarben 389 von 100.000 Bewohnern an ischämischen Herzkrankheiten, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder Herzklappenerkrankungen (DÄ, Heft 5/2016).

gie

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