Sanofi baut neue Insulinfabrik in Frankfurt für Milliarden Euro

Frankfurt am Main – Der Pharmakonzern Sanofi hat in Frankfurt am Main mit dem Bau einer neuen Insulinanlage begonnen, für die das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris rund zwei Milliarden Euro investiert. Die neue Fabrik soll eine bestehende Insulinanlage ersetzen, die Versorgung für Menschen mit Diabetes in Deutschland und Europa krisenfest machen sowie Tausende Jobs sichern.
Die neue Anlage entsteht auf 36.000 Quadratmetern – etwa fünf Fußballfelder groß – soll den höchsten Standards entsprechen und Künstliche Intelligenz (KI) nutzen. Nach Inbetriebnahme 2032 werde die Anlage zu den größten Produktionsstätten für Insulin in Europa gehören und sei entscheidend für Sanofis globales Insulinversorgungsnetzwerk, erklärte der Konzern.
„Millionen Menschen weltweit sind täglich auf Insulin angewiesen“, sagte Vorstandschefin Belen Garijo beim Spatenstich im Frankfurter Industriepark Höchst. In der Coronapandemie habe man erlebt, wie verletzlich die medizinische Versorgung sei. „Mit dieser neuen Anlage investieren wir in die nächste Generation der Insulinproduktion in Europa.“
Sanofi hatte den Bau der Insulinanlage 2024 angekündigt. Im September gab die EU-Kommission grünes Licht für staatliche Beihilfen von 400 Millionen Euro, die der Bund, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt gewähren. In der neuen Anlage von Sanofi sollen nach früheren Angaben zunächst jährlich mindestens 1,1 Tonnen Insulin hergestellt werden.
Sanofi muss zudem eine Tonne pharmazeutischer Insulinwirkstoffe bevorraten und im Fall eines Engpasses bei der Insulinversorgung die europäischen Märkte bevorzugt versorgen.
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) sagte, mit der neuen Insulinfabrik leiste Sanofi einen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Europa. „Damit stärken wir die europäische Souveränität und verringern Abhängigkeiten von Drittstaaten.“
Die Investition von Sanofi sei „ein extrem wichtiges Signal für uns als Pharma- und Industriestandort Frankfurt“, sagte Oberbürgermeister Mike Josef (SPD). „Die Stadt Frankfurt wird dieses Projekt mit allen Kräften weiterhin unterstützen.“
Ohne staatliche Beihilfen würde Sanofi nach früheren EU-Angaben seinen deutschen Standort schließen. Es sei die einzige Produktionsstätte für Humaninsulin im Europäischen Wirtschaftsraum und eine von nur zwei Insulinproduktionsstätten dort – die übrige wird vom Pharmakonzern Novo Nordisk in Dänemark betrieben.
Für den Standort Frankfurt ist die traditionsreiche Insulinproduktion wichtig: Mehr als 4.000 der 6.500 Arbeitsplätze bei Sanofi in Frankfurt-Höchst hängen daran. Von dort aus werden rund 15 Millionen Patienten in etwa 80 Ländern mit Insulinprodukten versorgt. Sanofi in Frankfurt deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Wirkstoffherstellung über die Abfüllung und die Fertigung von Pens und Autoinjektoren bis zur Verpackung.
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