Schlaganfallversorgung in den Golfstaaten nach deutschen Standards
Muscat – Die Versorgung von Schlaganfallpatienten in den Golfstaaten soll in weiten Teilen deutschen Standards folgen. Das zeigte jetzt die erste Omanisch-Deutsche Schlaganfallkonferenz in Muscat. Neben dem Aufbau von Stroke Units nach deutschem Vorbild standen auch Fragen zur Forschungskooperation und Qualifizierungsbedarfe im Mittelpunkt der Konferenz, an der rund 150 Vertreter aus dem Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, dem Libanon und Deutschland teilnahmen. Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium und das Ministry of Health des Sultanats Oman haben die Konferenz unterstützt.
Die Delegation aus Rheinland-Pfalz hob insbesondere die hohen Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Schlaganfallversorgung hervor. Dafür sollen in den Golfstaaten weitere Stroke Units nach deutschem Vorbild aufgebaut und nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und der European Stroke Organisation zertifiziert werden. Außerdem soll die Ausbildung von Pflegekräften, die Planung für Rehabilitationsangebote und die Optimierung des Rettungsdienstes sich an deutschen Modellen orientieren.
„Die internationale Verbreitung der Schlaganfallversorgung nach dem deutschen Modell sichert auch, dass die national erfolgreich etablierten Standards sich als internationaler Maßstab durchsetzen. Damit ist zu allererst den Patienten gedient“, hieß es aus dem Institut Arbeit und Technik, der die Initiative im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz wissenschaftlich begleitet.
Die gemeinsame Arbeit schaffe aber auch wirtschaftliche Potenziale für Medizinprodukte sowie in den Bereichen Qualifizierung, Beratung und Zertifizierung. „Die Erfahrungen in den Golfstaaten können dabei als Modell für andere Regionen und Indikationen dienen und den Gesundheitswirtschaftsstandort stärken“, so das IAT.
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