Schon mehr als 5.000 Ebola-Tote in Demokratischer Republik Kongo

Kinshasa – In der Demokratischen Republik (DR) Kongo sind bereits mehr als 5.000 Menschen an Ebola gestorben. Wie die Gesundheitsbehörden des zentralafrikanischen Landes mitteilten, starben seit Mitte Mai 5.026 Menschen nachweislich an dem hochgefährlichen Fieber, die Zahl der an Ebola Erkrankten stieg auf 10.351.
Derzeit werden 1.101 Menschen behandelt oder befinden sich in Isolation. 2.788 frühere Ebola-Patienten gelten als genesen. Die tatsächliche Zahl der Krankheitsfälle und Toten könnte sogar noch höher liegen, da Experten davon ausgehen, dass sich die Krankheit bereits vor der offiziellen Bekanntgabe des Ausbruchs am 15. Mai seit mindestens Februar unerkannt verbreitete.
Der auf den sogenannten Bundibugyo-Erreger zurückgehende Ausbruch zeigt einen besorgniserregend schnellen Anstieg. Derzeit gibt es auch Fälle in Kenia, die auf den Aufenthalt eines inzwischen verstorbenen Kenianers im Kongo zurückzuführen sind.
Das westafrikanische Nigeria meldete am 20. Oktober den ersten Ebola-Fall. Die Ehefrau eines Schweizer Diplomaten war einige Tage nach einer mehrwöchigen Reise nach Uganda erkrankt. In Europa trat bislang ein Fall auf: Im Juni wurde ein Arzt nach einem Kriseneinsatz im Ostkongo in Frankreich positiv getestet und später genesen aus dem Krankenhaus entlassen.
Der aktuelle Ausbruch ist auch deshalb besonders schwer einzudämmen, weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Zudem ist in der Anfangsphase einer Ansteckung mit dem Bundibugyo-Erreger leicht eine Verwechslung etwa mit einer Malaria-Erkrankung möglich. Das kann zu einer verspäteten Isolation und Behandlung der Patienten beitragen.
Seit Juli laufen allerdings klinische Versuche zur Testung zweier antiviraler Therapieverfahren. Zudem werden Versuchsreihen zu Impfstoffen durchgeführt. Dabei wurde bislang untersucht, ob der Ebola-Impfstoff Ervebo auch vor dem Bundibugyo-Typ schützt. Ervebo ist bisher nur gegen die Ebola-Viruskrankheit – früher Zaire-Ebolavirus genannt – zugelassen und empfohlen.
Organisation warnt vor Verschlechterung der Versorgungslage
Neben der Ebola-Epidemie bedroht Menschen im Ostkongo nach Worten der Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger zunehmend eine verschlechterte Ernährungssituation. 28,8 Millionen Menschen litten in der Demokratischen Republik Kongo unter akuter Ernährungsunsicherheit. Besonders betroffen seien der Osten und Nordosten des zentralafrikanischen Landes, hieß es gestern.
Laut der Organisation sind damit aktuell über zwei Millionen Menschen mehr betroffen als noch im ersten Halbjahr des Jahres. Damals waren es 26,5 Millionen. Die Zahlen stammen aus der Analyse der Integrated Food Security Phase Classification. Weltweit wird damit der Schweregrad von Lebensmittel- und Ernährungskrisen eingestuft.
Besonders dramatisch sei die Zunahme der Ernährungsunsicherheit in Provinzen mit bewaffneten Konflikten. Gewalt und Unsicherheit führten zu massiven Vertreibungen, beeinträchtigten die landwirtschaftliche Produktion und erschwerten den Zugang zu Märkten sowie zu grundlegenden Dienstleistungen.
Die Ebola-Epidemie in acht Provinzen im Land – sowie drei weiteren afrikanischen Ländern – verschärfe die Notlage zusätzlich. Durch die Epidemie seien wirtschaftliche Aktivitäten beeinträchtigt und die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. „Das gefährdet die Lebensgrundlagen zahlreicher Familien“, hieß es.
Darüber hinaus beeinträchtige sie den Zugang zur Gesundheitsversorgung und die Behandlung von Unterernährung bei Kindern. „Dabei sind Unterernährung und Krankheiten eng miteinander verknüpft: Unterernährte Kinder verfügen über ein geschwächtes Immunsystem und sind anfälliger für Krankheiten wie Masern, Malaria oder sogar Ebola“, so Julie Drouet, Landesdirektorin von „Aktion gegen den Hunger“ im Land.
Deshalb müsse der Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung und Ernährungsprogrammen sichergestellt werden. „Gleichzeitig braucht es verlässliche und langfristige Finanzierungszusagen, damit Familien wiederkehrende Krisen bewältigen und ihre Widerstandsfähigkeit nachhaltig stärken können“, betonte Drouet.
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