Schweizer Nationalrat gegen Legalisierung der Eizellspende

Bern – Die Große Kammer des Schweizer Parlaments hat einen Vorstoß zur Legalisierung der Eizellspende zurückgewiesen. Der Nationalrat lehnte vorgestern einen Antrag der Zürcher Abgeordneten Rosmarie Quadranti von der Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP) ab, die das Verbot aufheben wollte.
Der Entscheid fiel mit 108 zu 62 Stimmen bei neun Enthaltungen. Quadranti begründete ihren Vorstoß damit, dass die Samenspende zugelassen sei; die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen sollte aufgehoben werden.
Gesundheitsminister Alain Berset erklärte, für die Regierung sei es noch zu früh, um gesetzgeberisch tätig zu werden. Zuerst müssten die Folgen der Gesetzesänderungen im Bereich der Fortpflanzungsmedizin abgewartet werden. Diese seien noch nicht einmal in Kraft.
2015 hatten sich die Schweizer für die grundsätzliche Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) und damit für Gentests an Embryonen ausgesprochen. 2016 sagten die Bürger Ja zum revidierten Fortpflanzungsmedizingesetz, das die Anwendung der PID regelt.
In Deutschland gibt es derzeit Forderungen, Eizellspende und nichtkommerzielle Leihmutterschaft zu erlauben.
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