Selbst wenig Sport kann Brustkrebs vorbeugen
Chapel Hill – Auch leichter regelmäßiger Sport kann bei Frauen das Risiko senken, an einem Mammakarzinom zu erkranken. Das haben Wissenschaftler der University of North Carolina herausgefunden und im Fachjournal Cancer (doi: 10.1002/cncr.27433) publiziert. Diesen positiven Effekt kann allerdings eine gleichzeitige Gewichtszunahme wieder aufheben, so die Autoren.
Ärzte wissen schon länger, dass körperliche Betätigung das Brustkrebsrisiko senken kann, aber einige Fragen und Details sind offen. Den Recherchen der Wissenschaftler unter der Leitung von Lauren McCullough zufolge ist bislang nicht bekannt, wie häufig, wie lange und wie intensiv die sportliche Aktivität sein sollte, um einen Effekt zu erzielen. Ebenso sei bislang unklar, ob die körperliche Konstitution der Frauen und das Gewicht dabei eine Rolle spielen.
Ihre Analyse umfasste eine Gruppe von knapp 1.500 Frauen, die an Brustkrebs erkrankt war sowie einer ähnlich großen Patientengruppe von 1.555 gesunden Frauen. Die Probandendaten entstammen dem Long Island Breast Cancer Study Project, welches sich mit den Faktoren beschäftigt, die das Brustkrebsrisiko bestimmen. Dort bestätigte sich zunächst, dass die Frauen, die sich regelmäßig bewegten, weniger wahrscheinlich am Mammakarzinom erkrankten. Dabei spielte es keine Rolle, ob sich die Frauen vor oder nach der Menopause befanden.
Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass die Probanden, die zwischen zehn und 19 Stunden Sport pro Woche betrieben, den größten Nutzen hinsichtlich ihres Krebsrisikos hatten, wobei sich das Risiko um bis zu 30 Prozent verringerte. Auch ein moderates, wöchentliches Sportprogramm erwies sich dabei als förderlich. Eine Gewichtszunahme erhöhte dieses Risiko allerdings wieder, selbst bei den körperlich aktiven Frauen.
McCullough betont, dass der Nutzen der regelmäßigen Bewegung auch für postmenopausale Frauen von Nutzen sein kann.
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