Selbstmedikation bereitet oft Probleme
Düsseldorf – Bei fast jedem fünften rezeptfreien Medikament (18 Prozent), das Kunden in der Apotheke zur Selbstmedikation kaufen, taucht ein arzneimittelbezogenes Problem auf. Darauf weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) aufgrund einer aktuellen Studie hin.
„Arzneimittelprobleme sind keine Bagatelle, können aber sehr oft vom Apotheker im persönlichen Gespräch gelöst werden“, erklärt Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).
Laut Studie entstehen etwa 30 Prozent der arzneimittelbezogenen Probleme, weil im individuellen Fall eine Selbstmedikation nicht empfehlenswert ist. Das sei zum Beispiel bei bereits länger bestehenden oder starken akuten Beschwerden der Fall. 20 Prozent der Kunden, so die Untersuchung, fragten nach einem Präparat, dass für ihren Fall nicht geeignet war wie ein alkoholhaltiges Erkältungsmittel für ein Kind.
Weitere häufige arzneimittelbezogene Probleme sind der ABDA zufolge eine zu lange oder häufige Anwendung, etwa bei Kopfschmerzmitteln, oder eine falsche Dosierung. „Sieben von zehn der dokumentierten Probleme entfallen auf die vier Anwendungsgebiete Schmerzen, Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Haut“, so Schulz.
Patienten könnten ihr Risiko senken, indem sie sich für eine Stammapotheke entscheiden. Durch eine umfassende Medikationsdatei könne der Apotheker falsche Dosierungen oder Wechselwirkungen, auch mit rezeptpflichtigen Medikamenten, leichter erkennen.
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