Sieben Mitarbeiter von Hilfsorganisation in Pakistan erschossen
Peshawar – Unbekannte haben in Pakistan sieben Mitarbeiter einer Hilfsorganisation erschossen, die sich um Impfaktionen und Bildung für die Bevölkerung kümmerten. Bei den Opfern handele es sich um sechs Frauen und einen Mann, teilten die Behörden am Dienstag mit. Ihr Auto sei auf dem Heimweg von einem Gesundheits- und Bildungszentrum in der Region Swabi etwa 65 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Islamabad von Motorradfahrern angehalten worden. Diese hätten Waffen gezogen und geschossen.
Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Es wurde aber vermutet, dass Taliban oder andere islamistische Kämpfer verantwortlich waren. Diese greifen immer wieder Hilfsorganisationen an, vor allem Gesundheits- und Bildungsprojekte sind ihr Ziel. Im Dezember waren bei mehreren Anschlägen neun Mitarbeiter von Impfprogrammen getötet worden. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzten daraufhin ihre Programme für Pakistan aus.
Bestimmte Geistliche und islamistische Aufständische schüren in der Bevölkerung Vorbehalte gegen die Impfprogramme. Im Juni untersagte der Taliban-Kommandeur im Stammesgebiet von Nord-Waziristan jede Impfung auf „seinem“ Gebiet. Er beschuldigte die Mitarbeiter der Kampagne, Spione zu sein.
Verschärft wurde das Misstrauen auch durch eine falsche Impfkampagne gegen Hepatitis des US-Geheimdiensts im März 2011 in Abbottabad. Der Einsatz in der nordpakistanischen Garnisonsstadt sollte dazu dienen, DNA-Proben von der Familie des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden zu bekommen, der dort vermutet wurde. Die Proben bestätigten den Verdacht, am 2. Mai 2011 tötete ein US-Sonderkommando Bin Laden.
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