Spiralen-Skandal: Grönländerinnen bekommen Schmerzensgeld

Kopenhagen – Dänemark will betroffenen Grönländerinnen im Spiralen-Skandal eine Entschädigung in Höhe von jeweils umgerechnet rund 40.000 Euro zahlen. Dafür gab das dänische Parlament heute grünes Licht.
Einen Anspruch auf die Summe haben Frauen, denen im Zeitraum von 1960 bis 1991 ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung Spiralen eingesetzt wurden. Dafür kommen schätzungsweise rund 4.500 Frauen infrage.
Für das dunkle Kapitel in der dänisch-grönländischen Geschichte hatte sich Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen im vergangenen Jahr offiziell entschuldigt. Am morgigen Freitag sollen zwei Expertenberichte erscheinen, die den Spiralen-Skandal beleuchten.
Vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren hatten dänische Ärzte Tausenden grönländischen Frauen und Mädchen Spiralen eingesetzt, ohne dass sie dafür ihr Einverständnis gegeben hatten. Es besteht der Verdacht, dass die dänischen Behörden damit das Bevölkerungswachstum in Grönland begrenzen wollten.
Dänemark war bis 1992 für das Gesundheitswesen in seiner früheren Kolonie Grönland verantwortlich. Mittlerweile ist die größte Insel der Erde weitgehend autonom, gehört aber offiziell nach wie vor zum Königreich Dänemark.
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