Sport lässt Ulcus cruris schneller heilen
Sheffield – Sportliche Übungen können den Heilungsprozess bei venösen Ulzera deutlich beschleunigen. In einer randomisierten Studie im British Journal of Dermatology (2017; doi: 10.1111/bjd.16089) waren die Wunden so schnell verheilt, dass die Therapie trotz der zusätzlichen Betreuung kosteneffektiv war.
Das Ulcus cruris ist in aller Regel eine schlecht heilende Wunde. Häufig vergehen viele Monate, bis die Reepithelialisierung abgeschlossen ist. Die Behandlung besteht bei venöser Ursache aus der Anlage eines Kompressionsverbandes. Den meisten Patienten wird zur körperlichen Schonung geraten, wenn sie nicht ohnehin aufgrund der Schmerzen jegliche Bewegungen vermeiden.
Für Markos Klonizakis von der Universität Sheffield ist dies ein grundlegend falscher Ansatz. Körperliche Bewegung kann nach Ansicht des Sportmediziners die Durchblutung in den Beinen und damit die Abheilung fördern. Klonizakis hat deshalb ein Sportprogramm für Venenpatienten entwickelt.
39 Patienten nahmen an einer ersten Machbarkeitsstudie teil. Alle führten die bei venösen Ulzera übliche Kompressionstherapie durch. Die Hälfte traf sich zusätzlich dreimal in der Woche mit einem Betreuer, um unter Aufsicht ein leichtes Ausdauer- Kraft und Gymnastiktraining zu absolvieren.
72 Prozent der Patienten nahmen an allen Sportübungen teil. Sie wurden dafür durch eine deutlich schnellere Abheilung der Ulcera belohnt. Im Durchschnitt dauerte es nur 13 Wochen, bis die Läsionen abgeheilt waren gegenüber 34,7 Wochen in der Kontrollgruppe. Die Gesamtkosten für die Behandlung betrugen 813,27 Pfund gegenüber 2.298,57 Pfund für die Kontrollgruppe.
Klonizakis plant jetzt eine Anschlussstudie, an der sich Patienten aus sieben Zentren beteiligen sollen.
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