Staatsdefizit steigt im ersten Halbjahr auf mehr als 71 Milliarden Euro

Wiesbaden – Das deutsche Staatsdefizit ist in den ersten sechs Monaten des aktuellen Jahres auf 71,3 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag das Defizit damit um 36,6 Milliarden Euro höher als im Vorjahreszeitraum.
Das ist vor allem auf das Finanzierungsdefizit des Bundes zurückzuführen, das im ersten Halbjahr 2026 demnach 48,1 Milliarden Euro betrug. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Anstieg um 29 Milliarden Euro.
Auch in der Sozialversicherung ist die Entwicklung negativ verlaufen: Während im ersten Halbjahr 2025 noch ein Überschuss verbucht werden konnte, betrug das Defizit zwischen Januar und Juni dieses Jahres nun 1,8 Milliarden Euro. Dies lag insbesondere an höheren Ausgaben in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.
Insgesamt verbuchte der Staat im ersten Halbjahr 1,07 Billionen Euro an Einnahmen. Die Ausgaben beliefen sich auf 1,14 Billionen Euro. Die Ausgaben des Bundes stiegen damit stärker als die Einnahmen. Grund sind laut Statistikbehörde vor allem steigende Ausgaben für Sozialleistungen, aber auch für Subventionen etwa zur Förderung erneuerbarer Energien oder die Erforschung von Batterietechnologien.
Die Statistik erfasst Kern- und Extrahaushalte aller staatlichen Ebenen sowie die Sozialversicherung. Auch die Defizite der Länder erhöhten sich demnach um 3,5 Milliarden Euro auf 6,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2026. Die Gemeinden verringerten hingegen ihr Defizit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Milliarden Euro auf 14,8 Milliarden Euro.
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