Stärkung der ambulanten Versorgung bremst Kostenschub

Berlin – Die ambulante Medizin zu stärken könnte im Jahr bis zu zwei Milliarden Euro sparen und so die demografisch bedingte Steigerung der Gesundheitsausgaben zum Jahr 2020 abmildern. Das belegen die Simulationsrechnungen des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) in Berlin. Die entsprechende Studie ist jetzt auf der Internetseite Versorgungsatlas.de erschienen.
Die Forscher haben die Arbeitsteilung zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern auf der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte untersucht. Dabei identifizierte das Team 21 Kreisregionen mit vorbildlicher Arbeitsteilung („Best-Practice-Regionen“), das entspricht fünf Prozent. „In den 21 Best-Practice-Regionen liegt die stationäre Versorgung 15 Prozent unter und die ambulante 13 Prozent über dem Bundesdurchschnitt“, erläutert Dominik Graf von Stillfried, Geschäftsführer des ZI.
Für die Studie simulierten die ZI-Wissenschaftler zwei Szenarien. Im ersten ermittelten sie die Auswirkungen auf die Gesundheitsausgaben, wenn die derzeitigen Verhältnisse mit ihren regional stark ausgeprägten Unterschieden fortgeschrieben würden. Im zweiten Szenario simulierten sie die Konsequenzen, wenn in allen Regionen Deutschlands das Verhältnis zwischen ambulanter und stationärer Versorgung jener in den Best-Practice-Regionen entspräche.
Es zeigte sich: Beim Status-Quo-Szenario liegen die Ausgaben im Jahr 2020 vier Milliarden Euro höher als heute, beim „Best-Practice“-Szenario würden sie hingegen nur um zwei Milliarden steigen. Je früher eine Orientierung an den Best-Practice-Regionen stattfindet, desto größer fiel der Einspareffekt von Jahr zu Jahr aus.
„Die Förderung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung, zu der auch ermächtigte Krankenhausärzte oder Medizinische Versorgungszentren gehören, sollte daher besonders unterstützt werden“, lautet die Schlussfolgerung der Autoren.
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