Studie empfiehlt Mehrfachnutzung von Einmalprodukten im Krankenhaus
Leipzig – Werden medizinische Produkte nach einem validierten Verfahren professionell wiederaufbereitet, birgt dies kein erhöhtes Risiko für Patienten. Die Krankenhäuser könnten gleichzeitig Kosten sparen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Aufbereitung und Reparatur: Im Spannungsfeld zwischen Qualitätsanspruch und Kostendruck“ des Ludwig Fresenius Center for Health Care Management and Regulation der HHL Leipzig Graduate School of Management.
„Die Diskussion um die Aufbereitung von Einweg-Medikalprodukten ist im Wesentlichen ökonomisch veranlasst, beinhaltet aber auch eine ethische Komponente“, erläuterte Wilfried von Eiff, akademischer Direktor der Einrichtung. Seine Studie kommt zu dem Schluss, dass die meisten Anwender keine Probleme mit der Mehrfachnutzung von Einmalprodukten haben. Handhabungs- und Funktionalitätseinbußen, träten bei wiederaufbereiteten Einmalprodukten dann auf, wenn dafür ungeeignete Produkte benutzt wurden oder wenn die Organisations- und Prüfabläufe fehlerhaft seien.
Eiff kritisiert, dass Hersteller von Einwegprodukten ihre Produkte teilweise umkonstruierten, um eine Wiederaufbereitung gezielt zu erschweren. Dieses Herstellerverfahren habe die Materialkosten in den Krankenhäusern um bis zu 25 Prozent steigen lassen.
Die Kosteneffekte einer professionellen Wiederaufbereitung untersucht die Studie am Beispiel eines elektrophysiologischen Katheters. Er werde bei rund 46.000 bis 50.000 Interventionen pro Jahr in Deutschland eingesetzt. „Nur allein bei diesem Produkt ergibt sich durch unsere Forschung in Deutschland jährlich ein Einsparpotenzial von 16 bis 23 Millionen Euro“, so der Medizinökonom.
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