Suchtprävention bei Schülern wirkt – aber neue Herausforderungen

Potsdam – Suchtprävention muss langfristig, kontinuierlich und nachhaltig aufgebaut sein. Das fordert Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Die Linke) im Vorfeld der fünften Landessuchtkonferenz, die morgen unter ihrem Vorsitz in Potsdam stattfindet.
Sie verwies auf Schülerbefragungen in Brandenburg, die zeigten, dass regelmäßiger Alkohol-, Tabak- und Haschischkonsum in den vergangenen acht Jahren bei Brandenburgs Zehntklässlern seltener geworden sei. An der jüngsten Befragung 2013 nahmen knapp 10.000 Schüler teil, das sind 51 Prozent der Jungen und 49 Prozent der Mädchen in dieser Altersgruppe in Brandenburg.
Die Befragung zeigt einen starken Rückgang beim täglichen Tabakkonsum. Rauchten vor acht Jahren noch 31 Prozent der Jungen und 34 Prozent der Mädchen täglich, so sind es jetzt 16 Prozent.
Auch der Alkoholkonsum ist zurückgegangen, beispielsweise das sogenannte Rauschtrinken. So gaben vor acht Jahren 17,1 Prozent der Jungen und 7,3 Prozent der Mädchen einen riskanten Alkoholkonsum zu, 2012/2013 waren es 8,1 Prozent der Jungen und 4,7 Prozent der Mädchen. „Dieser Rückgang ist besonders erfreulich. Gerade bei Jugendlichen wächst bei früh begonnenem und fortgeführtem Alkoholkonsum die Gefahr, alkoholbedingte Störungen zu entwickeln“, so Tack.
Haschisch ist die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Droge in Brandenburg, wenn auch auf niedrigem Niveau. So zeigt die jüngste Befragung, dass der tägliche Konsum von Haschisch bei Jungen auf 0,9 Prozent und bei Mädchen 0,4 Prozent gesunken ist. 2004/2005 waren es 1,7 Prozent bei Jungen und 0,6 Prozent bei Mädchen.
Eine Herausforderung für die Prävention seien der steigende Missbrauch von Stimmung beeinflussenden Medikamenten. Hier hat die Schülerbefragung einen Anstieg bei Mädchen von 0,9 Prozent in 2004/2005 auf 1,7 Prozent in 2012/2013 und bei Jungen von 1,0 Prozent auf 1,3 Prozent ergeben. Die Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen hat dies als einen künftigen Schwerpunkt erkannt. „Wir brauchen eine Sensibilisierung von Apothekern und Ärzten und eine bessere Vernetzung“, sagte Tack.
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