Ausland

Sudan: Guterres „zutiefst besorgt“ nach Berichten über Massaker in Geburtsklinik

  • Donnerstag, 30. Oktober 2025
U.N.-Generalsekretär António Guterres /picture alliance, POOL REUTERS/AP, Chalinee Thirasupa
U.N.-Generalsekretär António Guterres /picture alliance, POOL REUTERS/AP, Chalinee Thirasupa

Bur Sudan – Angesichts mutmaßlicher Gräueltaten im Sudan hat sich UN-Generalsekretär António Guterres „zutiefst besorgt“ gezeigt. Nach Berichten über ein Massaker in einer Geburtsklinik in der jüngst von der RSF-Miliz eroberten Stadt Al-Faschir forderte Guterres heute „ein sofortiges Ende der Belagerung und der Kämpfe“.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bei dem Angriff der RSF-Miliz auf die Klinik mehr als 460 Menschen erschossen, darunter „Patientinnen und deren Begleitpersonen“.

Die sudanesische Regierung von Militärmachthaber Fattah al-Burhan warf den RSF-Kämpfern vor, in Al-Faschir Moscheen und das Rote Kreuz (DRK) unter Beschuss genommen zu haben. Vorgestern hatten pro-demokratische Aktivisten im Sudan der RSF vorgeworfen, in der Geburtsklinik Verletzte getötet zu haben, die gerade behandelt worden seien.

Der Anführer der RSF-Miliz, Mohamed Hamdan Daglo, will nach eigenen Worten, dass der Sudan „durch Frieden oder durch Krieg“ vereinigt wird. „Wir bedauern die Katastrophe die euch widerfahren ist (...), aber der Krieg wurde uns aufgezwungen“, sagte Daglo in einer Rede, die gestern im Onlinedienst Telegram veröffentlicht wurde, an die Einwohner von Al-Faschir gerichtet.

Weiter sagte er: „Wir verlangen, dass alle, die Fehler begangen haben, zur Rechenschaft gezogen werden.“ „Untersuchungskommissionen“ seien vor Ort eingetroffen, näher ging er darauf nicht ein.

Die Miliz „Rapid Support Forces“ (RSF) hatte die Stadt Al-Faschir im Westen des Sudan am Sonntag eingenommen. Am vergangenen Montag bestätigte Sudans Militärherrscher al-Burhan den Rückzug der Armee aus der Stadt. Die Afrikanische Union (AU) warnte in der Folge vor „Kriegsverbrechen und ethnisch motivierten Morden“.

Die sudanesische Armee warf der RSF-Miliz die Hinrichtung von mehr als 2.000 unbewaffneten Zivilisten vor. Augenzeugen, die aus der Stadt geflohen waren, berichteten von „Szenen eines Völkermords“ in Al-Faschir. Die Einnahme der Stadt weckte Befürchtungen, dass es erneut zu ethnisch motivierten Gräueltaten wie vor 20 Jahren kommen könnte.

Bei dem im April 2023 entbrannten Konflikt im Sudan stehen sich die Armee von Militärherrscher al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Daglo gegenüber.

Seither wurden bei den Kämpfen zehntausende Menschen getötet, rund zwölf Millionen Menschen mussten aus ihren Heimatregionen fliehen. In dem nordostafrikanischen Land herrscht nach Einschätzung der UNO die schwerste humanitäre Krise der Welt.

afp

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